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> Standgas reicht nicht aus (KR51/1F)
Wolle69
Geschrieben am: 29.08.2011, 08:28
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Hallo zusammen!

Ich habe mich jetzt mal hier angemeldet, da ich nun wohl doch nen Tipp brauche. Ich schreibe einfach mal, und versuche, keine Informationen zu unterschlagen. Damit wird es länger, vielleicht aber eben zielführender...

Vorab zu mir: Ich muss mich um die 72er KR51/1F (Motor M53, scheint alles original zu sein) meiner besseren Hälfte kümmern, schraube sonst nur an meinem Bus (Diesel!), eine gewisse technische Vorbildung ist vorhanden ( wink.gif ). Prinzipiell hab ich da ja nix dagegen, aber so langsam... naja. Die Schwalbe wurde letzten Sommer gekauft, aber nicht bewegt. Vorbesitzer war Erstbesitzer, sie ist ziemlich unverbastelt, allerdings wurde sie schonmal neu lackiert. Im Dezember beim (viel zu späten) Einmotten wollte sie nicht mehr anspringen, also haben wir im Frühjahr folgende Maßnahmen zur Wiederinbetriebnahme durchgeführt (abzgl. Fahrwerk, Bremsen etc.):

* Abgastrakt komplett gereinigt (nicht ausgebrannt, sondern mechanisch und Bremsenreiniger), neue Kupferringe (beide hohl) verbaut
* neue Gummimuffe zwischen Vergaser und Beruhigungskasten, alte war gerissen
* Luftberuhigungskasten "geleert"
* Luftfilter ausgewaschen, ein wenig Öl drauf
* Vergaser auf: ist ein 16N1-5, alle Düsen identifiziert, sind die richtigen
* alle Düsen gereinigt, Schwimmerpositionen (28/32,5) mit Messschieber überprüft
* Halteblättchen der Teillastnadel in die Kerben 2/3 eingehängt (war vorher bei 3/4!)
* Kerze Isolator 260 gereinigt, zwischenzeitlich getauscht
* neue Dichtungen zwischen Vergaser und Zylinder
* Tank entrostet, neue Siebe/Filter/Dichtungen am Benzinhahn verbaut, neuer Benzinschlauch
* Durchfluss gemessen (Vergaser auf Trittbrett mit Becher statt Vergaserwanne drunter), deutlich über 250ml/Minute, Entlüftungsloch im Tankdeckel ist frei
* Schwimmer scheint dicht zu sein
* Schwimmernadelventil schließt augenscheinlich

So, dann ging es los, der Motor sprang schnell (manchmal schon beim ersten Kick) und immer ohne Startvergaser an, ging aber im Leerlauf meistens (aber nicht sofort) aus. Bei Betätigung des Startvergaserhebels ging sie aus; ich denke, der Starterkolben schließt. Also wollten wir den Vergaser einstellen. Das war dann doch recht langwierig... und wahrscheinlich auch der falsche Weg, da er wohl nicht die Ursache unseres Problems war. In diesem Zuge haben wir auch den Schwimmer nochmal neu eingestellt, denn die Einstellung auf 28/32,5mm mit dem Messschieber erzeugte bei Gegenprobe mit der Senfglasmethode eine kraftstofffreie Höhe von ca. 12mm... also haben wir das auf 8mm (entspricht Sollwert 7 zzgl. der Toleranz von +/- 1) eingestellt. Nun stimmten natürlich die Maße 28/32,5mm nicht mehr...

Wir haben also exzessiv am Vergaser rumgespielt, leider aber nie ein befriedigendes Ergebnis bekommen. Schließlich ging es "so irgendwie" und wir wagten die erste größere Fahrt. Dabei wieder die bekannten Probleme: sie ging nach Leistungsabfall irgendwann einfach aus. Allerdings haben wir festgestellt (Zündaussetzer! Muss man als Dieselfahrer erstmal mitkriegen und identifizieren!), dass die Symptome für ein Hitzeproblem sprechen könnten. Also haben wir (nach jeder Operation ausgiebig getestet, wir wollten das Problem ja isolieren) in dieser Reihenfolge Kerze, Kerzenstecker und Kondensator getauscht, Unterbrecher ist schon neu gewesen. Nach dem Tausch des Kondensators lief sie eigentlich ganz gut und ich denke, das Hitzeproblem ist erledigt. Wir nahmen uns vor, am nächsten Tag den Vergaser nun endlich mal richtig einzustellen und Getriebeöl zu wechseln. Also warm gefahren, Vergaser eingestellt, nochmal gefahren und dann Getriebeöl. Oha! Es waren ganze 2 Tropfen Getriebeöl drin! Also erstmal aufgefüllt (zwischenzeitlich auch nochmal gewechselt, die erste Ladung war eher zum Spülen) und getestet. Dabei ging sie irgendwann wieder aus, allerdings ohne die vom Wärmeproblem bekannten Zündaussetzer (schließe deshalb Zündspule aus) und auch deutlich später. Angekriegt haben wir sie zunächst wieder, später dann nicht mehr. Kerzenbild sah rehbraun aus, nach Ankickversuch nass.

Die erste Vermutung waren die Simmerringe, aber das schließe ich mittlerweile aus. Sie nebelt nicht, es riecht nicht nach Getriebeöl und beim nochmaligen Wechsel des Öls kam auch all das wieder raus, was wir vorher reingeschüttet hatten. Gestern sagte der Tacho vom Begleitfahrzeug knappe 75km/h... da können die Simmerringe nicht Schuld am Ausgehen sein. Grundsätzlich läuft sie also sehr gut, nur wenn ich während der Fahrt auskuppele, geht sie manchmal - nicht immer! - aus (mit Einkuppeln wieder an), dito an der einen oder anderen Ampel. Manchmal geht sie dann mit Kick wieder an, manchmal nicht. Wenn ICH so rumfahre, ist das in Ordnung (naja...), einen Motor-Zweirad-Fahranfänger setze ich aber nicht auf ein Moped, an dem sich der Fahrer vielleicht mehr auf das "Bei-Laune-Halten" kümmert, als ums Verkehrsgeschehen... ich will aus genau diesem Grund, dass das Moped anständig läuft.

Nun habe ich keine Ideen mehr. Ich würde als nächstes nochmal Vergaser und Benzinhahn reinigen und den Vergaser nochmal einstellen wollen. Insbesondere da sehe ich eine mögliche Ursache unseres Problems. Wie stellt man den Vergaser denn nun richtig ein?

Folgendes probierten wir, in Anlehnung an diverse Prozeduren, die man so findet, bspw. bei den Oldenburgern:
* Warmfahren
* Standgasschraube rein, bis sie stabil läuft
* Leerlaufluftschraube rein, dann rausdrehen bis zur höchsten Drehzahl
* Standgas wieder absenken

Damit lief sie eigentlich ganz gut... geht aber eben irgendwann im Leerlauf aus (also dachte ich: Standgasschraube wieder rein). Die Standgasschraube ist dann irgendwann wieder kurz bevor der Kolben fest ist, mehr Standgasschraube geht nicht, trotzdem geht sie irgendwann aus. Ein Bekannter, der solche Mopeds des öfteren repariert/aufbaut, meinte, diese Vergasereinstellung wäre falsch. Die Vorgabe für die Leerlaufluftschraube wäre 0,5-1 Umdrehungen (dito in der Tabelle der Oldenburger!) und er wettete ungesehen, bei uns wären das locker 3-4 Umdrehungen. Tatsache! Dreht man die Leerlaufluftschraube bis zur höchsten Drehzahl raus, bin ich bei ca. 3,5 Umdrehungen! Damit widersprechen sich beide Angaben (Einstellprozedur und Vorgabe für die Schraube) eigentlich.

Verfahren nach meinem Bekannten, explizit für M53 mit 16N1-5:
* Warmfahren
* Standgasschraube rein, bis sie stabil läuft
* Leerlaufluftschraube rein, dann 0,5 Umdrehungen raus
* Standgas wieder absenken
* 30-40km fahren, dann Kerzenbild kontrollieren und ggf. (er sagte "Kerzenbild zu hell", eigentlich müsste es wohl "zu dunkel" lauten?) die Leerlaufluftschraube nochmal 1/4, allerhöchstens 1/2 Umdrehung rausdrehen, mehr nicht!
* ggf. Standgas anpassen

Gestern so probiert, hat aber auch nicht geholfen. Die Standgasschraube ist wieder am Anschlag. Im Gegensatz zum Wärmeproblem ließ sie sich aber mit unruhigem Handgelenk und einer gewissen Vorausahnung immer bei Laune halten, d.h. genügend Drehung am Gasgriff und alles ist in Ordnung (Endgeschwindigkeit lt. Tacho Begleitfahrzeug 75km/h!). Beim Wärmeproblem half auch das irgendwann nicht mehr. Die Vorausahnung ist allerdings wichtig, denn gibt man zu spät (wenn sie schon kurz vor aus ist) Gas, erfolgt die Gasannahme nur sehr zögerlich. Sowas hatte ich früher mal bei meinem Renault 19, da waren die Einspritzdüse (Monopoint!) und die Drosselklappe ziemlich zugekokt... was könnte das bei der Schwalbe bedeuten? Vergaser reinigen? Gerne doch... wiedermal... aber ob das die Ursache ist?

Wie stellt man den Vergaser denn nun wirklich richtig ein? Hohe Drehzahl suchen oder nach Vorgabe und Kerzenbild?

Die gleiche Frage möchte ich auch noch für den Schwimmer stellen. Die Einstellung auf 28/32,5mm sollte zwar die kraftstofffreie Höhe von 7 +/- 1 mm erzeugen, tut sie aber nicht. Wonach stellt man denn nun ein? Das "Funktionsmaß" ist doch eigentlich die kraftstofffreie Höhe, oder? Wenn das stimmt, können mir die anderen Maße doch eigentlich egal sein, oder? Was wiegt der Schwimmer normalerweise? Eine Waage wäre vorhanden...

Bevor ich zum Ende komme, möchte ich noch kurz darauf hinweisen (siehe oben), dass beim Kauf die Blättchen in den Kerben 3/4 der Nadel hingen, d.h. die Nadel hing zu hoch. Damit wird das Gemisch doch eigentlich im Teillastbereich nur fetter, eine richtige Standgasanhebung ist das nicht da der Querschnitt der Ansaugstrecke im Vergaser gleich bleibt, oder? Eine echte "Standgasanhebung mit der rechten Hand" funktioniert ja offensichtlich... wäre Kerbe 3/4 für das Blättchen eine sinnvolle Option? Müsste man dann die Leerlaufluftschraube weiter rausdrehen, um mit magererer Leerlaufvergasereinstellung den zu fetten Teillastbereich zu kompensieren? Bitte nicht falsch verstehen: wo immer man sucht, lautet die Antwort stets "Alles auf Vorgabe, anders gar nicht"... das haben wir gemacht und es läuft einfach nicht. Die Leistung des Mopeds ist sehr zufriedenstellend, einzig das Standgas ist ein Problem. Die Gasannahme bei Fahrt ist auch okay, doch wehe, wenn man im Leerlauf erst zu spät am Griff dreht...

Außerdem haben wir bemerkt, dass wir keine Zündungs-Markierungen auf Motor und Grundplatte haben. Beim Kondensatorwechsel haben wir die vorgefundene Einstellung selbst markiert und so wieder eingestellt. De facto ist die Einstellung allerdings ziemlich an einem Ende der Langlöcher, d.h. ich denke sie ist auf "sehr früh" (Grundplatte gegen den Uhrzeigersinn) eingestellt. Kann das für unser Problem relevant sein? Einen Messuhradapter habe ich (noch) nicht, möchte aber einen basteln... außerdem bin ich nur Wochenende am Moped.

So, vielen Dank für's Lesen, wer bis hierhin durchgehalten hat, weiß vielleicht auch einen Rat...

Ciao
Wolle
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Wolle69
Geschrieben am: 01.09.2011, 12:01
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Hallo nochmal!

Hat keiner eine Idee? War das da oben einfach zu viel?

Naja, folgende Ideen habe ich noch, weiß aber nicht, ob das so überhaupt sein kann:

-Motor zieht Nebenluft, bspw. am Vergaserflansch... würde das zu den Symptomen passen?

-Vergaser reinigen, auch die Kanäle, gucken ob die Plombe im Bremsluftkanal drin & dicht ist

-Kolbenschiebernut ist am Ende "nicht mehr neu", über die Anschlagschraube kann ich mir kein Urteil bilden. Wenn ich das ersetze... kann's das sein?

-Schwimmerstand: über Senfglasmethode einstellen.

Ciao
Wolle
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Meister O
Geschrieben am: 01.09.2011, 12:51
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Hallo Wolle,

ich hatte ähnliches Problem! Beim mehrmaligen einstellen des Vergasers (wie im Handbuch beschrieben, extra deswegen noch zugelegt) hatte ich gesehen dass das Schmimmernadelventil eingelaufen war. Ventil getauscht, die anderen ausgeblasen, nochmal Vergaser eingestellt (ohne Senfglas) seit dem läuft sie schön rund und hält das Standgas. Ob es die Lösung deines Problemes ist kann ich nicht sagen, aber bei meiner besseren Hälfte (die die Schwalbe fährt) war ich der GRÖßTE! thumbsup.gif

Ich hoffe dir etwas weiter geholfen zu haben!

Gruß Frank


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Grüße Frank
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simsonsammler1980
Geschrieben am: 04.09.2011, 07:26
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Hey..

Folgendes vermute ich..
Die Einstellanleitung für die Vergaser ist eigentlich schlecht zu gebrauchen. Mit der Drehzahl wo sie im Stand am besten läuft dreht man die Gemisch Schraube meißtens zu weit heraus. Probiert mans dann doch wie du beim fahren gehen sie meißtens aus. sad.gif

Bei dir ist sie soweit abgemagert das sie im Stand dann ausgeht, außer du gibst zusätzlich Gas( bringst noch von einer anderen Stelle Benzin oder Luft her) dann erhältst du sie weiter am leben! Dein Problem mit der zögerlichen Gasannnahme ist mir absolut bekannt!

Die Auflistung deiner ausgeführten arbeiten lässt erkennen das du dein Werk verstehst und deswegen gehen wir da jetzt auch nicht nochmal drauf ein.
Nur einwas fehlt mir, das überprüfen der Zündung... Das solltest du bitte noch exakt durchführen.
Ist ja wie beim Diesel.. Wenn der nicht mehr nagelt sondern weich klingt muß du auch an die Zündung ( Einspritzung ). ( Außer CRD oder PD ) Die sollen im Stand flüstern und klingen erst beim anfahren knackig!

An deiner Stelle...
Vergaser raus!
Zerlegen bis auf alles...
Druckluft mit Pistole und durch alles blasen wo du ran kommst.
Wichtig!!!!!! Dort wo die Leerlaufdüse sitzt sprühst du von unten mal Bremsenreiniger dran... Im Ansaugkanal muß dann der Bremsenreinger heraussprudeln wie eine Fontäne.. Bitte prüfe dieses Austrittsloch genauestens!!!
Nach langer Standzeit sind die meißtens komplett zu oder erfüllen nur noch teilweise ihren Zweck!
Blase alles komplett durch, auch nicht nur kurz sondern schon mal ein Stück. Dann alles wieder zusammen!

Bei der Einstellung ist es wichtig das du ein Schwimmerventil hast welches, wenn du den Vergaser auf den Kopf stellst noch bei guter Federkraft ist und der Schwimmer nicht durch sein Eigengewicht den gefederten Stift komplett eindrückt. Somit versaust du dir jegliche Einstellung von vorherein!!! mad.gif
Was ich dort schon sah bei ihrer Meinung nach Top Simson Bastlern!!!

Ansonsten gleich von anfang an neues Schwimmerventil. Der gefederte Stift soll den Einfluß der Vibration des Motors auf den Schwimmer und desen Stand in der Wanne mindern oder eliminieren... Der ausgeleierte kann das schlecht!

Mit den Einstellwerten die du genommen hast sollte es funktionieren (28/32,5)
Ach ja... Mach einen Fehler bitte auch net obwohl da sogar Videos im Netz existieren, drück beim einstellen der 28mm auf den Schwimmer so das der Federstift auch wieder komplett drin ist!!!


Einbauen!
Gemischraube 1 Umdrehung!
Leerlauf so das sie schön rund läuft ( rund nicht eckig )
Warmfahren...
Nadel würde ich hoch hängen sprich 3/4 und dann heruntertasten.. Die Originalwerte sind nur ca Werte bzw Richtwerte!!! Die Feineinstellung sollte jeder selber übernehmen...
Jetzt die Schwalbe im heißen Zustand im Standgas laufen lassen. Jetzt gibst du mal auf anhieb Vollgas... So wie schnell wie du den Gasgriff herumdrehst muß sie dir folgen!!! Macht sie das nicht sondern nur zögerlich mit gedenkminute Nadel wieder tiefer hängen... Wieder probieren! So lange bis sie dir im Betriebswarmen Zustand ohne Mucken bis Vollgas richtig schnell folgt..
Sollte alles korrekt sein stellst du sie vor die Gasrage und gehst in Ruhe Mittag essen. Wenn du wieder kommst läuft sie immer noch...

Ansonsten meld dich einfach nochmal dann greifen wir nochmal tiefer in die Trickkiste!

PS: Bitte kontrolliere aber auch im Standgas ob die Kurbelwelle sich freigängig dreht. Ein feines Ohr.. meißt ein Diesel - Ohr sollte das hören..
Sobald dort irgendwie ein Lager schwer geht oder außen das Polrad an den Spulen leiert ist klar das die Standgasschraube zu kurz ist, da der zugeführte Benzin nicht zum Überwinden dieser Widerstände ausreicht...

Wenns net funzt melden...
Wir haben noch möglichkeiten!

Gruß Lutz


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Gruß Lutz

Aktuell 2 Mopeds...
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domdey
Geschrieben am: 04.09.2011, 22:56
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Ist das komplette Ansaugsystem dicht ? Konzentriere dich auch auf den langen Schlauch vom Ansaugdämpfer hoch, bis zum Steuerkopf, wo die Patrone unter dem Armaturenblech sitzt . Im Ansaugdämpfer sitzt hinten ein Gummistopfen (rot) . Ist der noch drin, oder hat er ein Loch ? Ist der schwarze Zwischenbehälter zwischen Vergaser und Ansaugdämpfer noch i.O. oder schon rissig ?

Nun zum Vergaser selbst . Welche Ausführung des 16N 1-5 ist vebaut ?
Neu, oder alt ?
Die alte Ausführung kennzeichnet eine freiliegende Leerlauf-Luft-Regulierschraube mit sichtbarer Druckfeder . Diese sind am besten einzustellen !!! thumbsup.gif
Dann gibt es zwei neuere Ausführungen . Eine in einer angegossenen grossen Röhre, in denen eine Leerlauf-Luft-Regulierschraube mit langem Gewindeschaft und Kegel und verdeckter kleiner Druckfeder sitzt . Diese sind schon nicht mehr prickelnd beim Einstellen .
Dann die neueste beschi..enste Variante mit kleiner Regulierschraube mit 0-Ring 3X2 . Diese sind der letzte Dreck !!! dry.gif


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Alexander der Grosse; grüsst aus Kolkwitz

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Auxburger
Geschrieben am: 05.09.2011, 08:39
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Die innere Konstruktion des Leerlaufluftkanals ist bei allen drei Generationen dieses Vergasers gleich, und toll einzustellen geht das Standgas damit nie - der Einstellbereich geht nur von "viel zu fett" bis "immer noch bisschen fett, geht aber so". Die neueren (gesetzestreu verplombbaren) Varianten sind in der Schwalbe nur zusätzlich lästig, weil das Rahmenrohr im Weg ist.

Wenn kein Standgas herzukriegen ist, kann auch das Austrittslöchlein unter dem Gasschieber verstopft sein, oder umgekehrt, jemand hat's beim Freiprokeln geweitet.

Auch verkraterte Anschlagflächen in der Gasschiebernut machen immer beste Laune bei der Suche nach Standgas.

Peter


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domdey
Geschrieben am: 05.09.2011, 19:11
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Wenn die Progressionsbohrung oberhalb der Leerlaufdüse verstopft ist, macht sich das im Fahrbetrieb im Übergangsverhalten bemerkbar . Sie nimmt beim Beschleunigen des Fahrzeugs schlecht Gas an . Das wird aber nicht bemängelt . hmm.gif
Eine verschlissene Nut im Kolbenschieber kommt durchaus in Betracht .
Wie gross ist der Elektrodenabstand der Zündkerze ? Was für Zündkerze ist verbaut ?


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Auxburger
Geschrieben am: 05.09.2011, 23:46
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... und wenn man sich jetzt noch klarmacht, dass die Vergaser 16N1 außer der Progressionsbohrung tatsächlich GAR KEINEN weiteren Austritt für das Standgasgemisch haben, dann wird klar, warum man bei verstopfter Bohrung dann auch GAR KEIN Standgas bekommt.

Die in Zeichnungen immer gezeigte schräge Austrittsöffnung von der Düse in den motorseitigen Hauptkanal hinein gibt's nämlich beim 16NK und vielleicht noch beim 19N1, aber jedenfalls nicht beim 16N1.

Gute Nacht!
Peter


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Wolle69
Geschrieben am: 06.09.2011, 12:10
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Hallo allerseits!

Schön, dass hier doch noch Antworten gekommen sind - vor allem ausschließlich derart tiefgründige! Bin ja neu hier angemeldet und hatte auch überlegt, die Frage anderswo zu stellen... allerdings gibt es auch einschlägige Foren, wo mir die Qualität der Beiträge deutlich unter der hiesigen zu liegen scheint. Also ist dieses Forum und "Eile mit Weile" anscheinend doch die bessere Wahl gewesen... thumbsup.gif

Eins vorneweg: am Sonntag sind wir 2x 15km gefahren, ohne dass sie ausgegangen ist. Jetzt müssen wir erstmal auuuuusgiebig testen, ich denke jedoch, dass das Problem gelöst ist. Trotzdem möchte ich hier noch Rückmeldung geben, vielleicht hilft das ja auch anderen mal irgendwann...

@Meister O: Am Samstag habe ich bei meiner Schwester in der Werkstatt den Kompressor bemüht. Alle Düsen raus, alle Kanäle durchgeblasen. Es ist wirklich ein 16N1-5 mit Stopfen im Bremsluftkanal und Ausfräsung am Gummimuffenanschluss unten. Ich habe alle möglichen Löcher in allen möglichen sinnvollen Kombinationen zugehalten und versucht, alle Kanäle ordentlich durchzublasen. Da wir ohnehin einen Düsenüberholsatz (MZA) liegen hatten, habe ich die neuen Düsen und auch ein neues Schwimmernadelventil verbaut. Außerdem habe ich einen neuen Kolbenschieber mit neuer Nadel, neuem Nadelhalter und eine neue Anschlagschraube verbaut - die alte Schraube war vorn doch sichtbar krumm... Außerdem wurde der Benzinhahn zerlegt und gereinigt. Ach und ganz wichtig! Ich habe den Vergaserflansch (weitestgehend, d.h. auf dem Tisch einer Abrichte mit Schleifpapier) geplant! Sieht jetzt deutlich besser aus als vorher! Nebenlufttest haben wir beim anchließenden Test nicht gemacht, wird aber noch nachgeholt.

@Simsonsammler: Nein, ich verstehe mein Werk nicht (vollständig)... aber ich versuche, es zu verstehen und gebe mir Mühe, versuche sauber und ordentlich zu arbeiten. Stichwort Zündung: Volltreffer, versenkt. Mangels Adapter für die Messuhr (Kerzenstumpf habe ich schon, mir fehlt ein Zwischenstück für den Messuhrschaft) und genau genommen auch dem Messtaster und Verlängerungen (beides allerdings schnell beschaffbar) kann ich das nicht wirklich genau einstellen oder überprüfen. Die Methode mit dem Schraubendreher... naja, ich denke, dass ich es damit besser, aber genausogut auch schlechter machen kann, also lass ich's erstmal bis ich geeignetes Werkzeug habe. Zündungsmarkierungen anbringen und Zündung korrekt einstellen ist schon eine Weile und bleibt auch auf jeden Fall im Hinterkopf! Kann eine geringfügig verstellte Zündung dem Motor schaden (beachte Leistungsdaten: lt. Bordtacho mit ca. 130kg Belastung lief sie am Wochenende ca. 60km/h in der Ebene)?

Die Progressionsöffnung (wieder was gelernt)... Gasannahme war grundsätzlich gut, nur eben dann mies, wenn der Motor schon ganz kurz vor aus war. Leider habe ich deinen Beitrag zu spät gelesen, so dass das mit dem Bremsenreiniger ausfiel. Dennoch habe ich mich dieser Bohrung recht lange gewidmet und werde beim nächsten Mal Vergaserreinigung auch das mit dem Bremsenreiniger machen. Der Tipp scheint mir allerdings wirklich sehr wertvoll, da ich mir schon unabhängig von deiner Antwort Gedanken gemacht habe, was wohl am Fuße der Bohrung für die Leerlaufdüse (Sackloch, in deren Achse dann die kleine Bohrung liegt) alles für Schmand rumoxidieren mag, der sich von dort aus vielleicht auch mal selbstständig auf Wanderschaft begibt. Merke ich mir auf jeden Fall!

Schwimmernadelventil neu (siehe oben), die Schwimmereinstellung habe ich dann allerdings doch mit dem Senfglas kontrolliert (7mm kommen gut hin). Beim Teileonkel des Vertrauens hatte ich das Thema am Samstag angesprochen und er meinte, dass es zwar eigentlich mit den Sollwerten klappen muss, funktionsentscheidend ist dann aber doch das Funktionsmaß - eben die 7+1mm, die man mit dem Senfglas kontrollieren/einstellen kann. Er würde es deshalb im Zweifel immer mit dem Glas überprüfen. Diese Variante der Einstellung verhindert übrigens gleich mehrere Fehler, die man bei der Einstellung mit Messschieber machen kann: schiefes Anpeilen, beide Schwimmerkammern unterschiedlich weit oben, Ventil eingedrückt oder nicht...

Die Einstellung, die ich vorgenommen habe, war die folgende: Standgasschraube maximal rein (stabiles Standgas war mir erstmal wichtiger, als Verbrauch), Leerlaufluftschraube voll rein, dann eine halbe Umdrehung raus. Nadelhalter hängt so, dass das untere Blättchen in der 3. Kerbe von oben, das obere Blättchen in der 2. Kerbe hängt. Das ist Vorgabe, höher hängen würde ja den Teillastbereich von vornherein anfetten. Kann man später ja noch probieren, wie du geschrieben hast. Auf unseren 30km blieb sie jedenfalls an, zog ganz gut (viele Steigungen und zu zweit... ich kann das da noch nicht so gut beurteilen, meine aber, dass da noch was geht), Standgas kann sicher noch verringert werden. Nach den 30km Kerzenbild geprüft: sehr dunkles braun (war zu erwarten!), also Leerlaufluftschraube 1/4 Umdrehung raus und beim nächsten Mal taste ich mich weiter vor.

Kurbelwelle dreht frei, ich höre da nix schleifen oder kratzen und fühle auch keine Lagerschäden. Gasannahme werde ich nochmal wie beschrieben prüfen, bei uns ging das aber immer sehr gut, wenn man - z.B. beim Standgas einstellen - am Bowdenzug zieht. Also hier denke ich, ist alles in Ordnung, prüfe ich aber nochmal.

Zu deinem Vorschlag mit dem Mittagessen: Geht man irgendwelche Risiken ein, wenn man den (gebläsegekühlten!) Motor lange ohne Last, aber auch ohne jeglichen Fahrtwind im Leerlauf laufen lässt? Kann da bei falscher Einstellung was passieren? Eigentlich nur, wenn sie deutlich zu mager läuft, oder? Eine ähnliche Frage: im Schiebebetrieb bergab habe ich auf längeren Abschnitten in den Leerlauf geschaltet, weil ich sonst Angst habe, der Motor könnte zu wenig geschmiert werden (Gemisch wäre ja nur für Leerlauf, Drehzahl aber deutlich höher). Ist das richtig so oder ist meine Angst da unbegründet?

@domdey: Ja, das ist ein guter Punkt. Das erste Teil, was ich für die Schwalbe bestellt habe, war die Gummimuffe zwischen Vergaser und Ansauggeräuschdämpfer - die alte war eingerissen. Der rote Stopfen ist noch da und dicht. Der Schlauch vom Luftfilter zum Ansauggeräuschdämpfer sitzt am Ansauggeräuschdämpfer allerdings mittlerweile relativ locker... da kommt noch eine Schraubschelle dran. Ist sicherlich eine billige, einfache und sinnvolle Maßnahme...

Ausführung des 16N1-5 ist alt, d.h. außen liegende Zylinderkopfschraube mit Schlitz und einem recht kurzen, steilen Kegel plus Feder. Im Düsenüberholsatz war kein O-Ring, dafür aber eine neue Schraube drin: eigentlich eher ein Gewindestift, d.h. kein Kopf und der Kegel flacher, aber auch deutlich länger! Ergo: die Schraube lässt sich nichtmal bis zum ersten Gewindegang einschieben! Es wäre gar nicht anders gegangen: ich musste die alte wieder nehmen. Die ist aber auch noch gut, also alles im Lot.

@Auxburger: Progessionsöffnung (Jetzt kann ich auch so schlaue Worte benutzen! wink.gif ) hab ich oben ja schon geschrieben, Kolbenschieber neu samt Anschlagschraube. Ich entschied mich einfach für "lieber 5 Euro mehr investieren, als 5 graue Haare mehr"....

@domdey: Kerze ist Isolator 260, neu, Elektrodenabstand ist 0,4mm, Fühlerlehre 0,45 passt schon nicht mehr rein.

Die liebe Progressionsöffnung (Ich liebe dieses Wort!) wird wohl ein sehr wichtiger Punkt sein. Frage in die Runde: wenn ich den Kolbenschieber samt Nadel voll im Vergaser versenke, d.h. die Nadeldüse/Hauptdüse ist damit verschlossen und ebenso der große Durchgang durch den Vergaser... muss dann das Leerlaufgemisch über die Progressionsöffnung den Motor am Laufen halten? Eine schräge Austrittsöffnung gibt es auch noch, aber die ist für den Startvergaser, denke ich (Löcher zuhalten und durchblasen).

Ciao & Danke vielmals für die Antworten!
Wolle
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Auxburger
Geschrieben am: 06.09.2011, 13:51
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Zur letzten Frage: Wenn der Kolbenschieber ganz unten ist, dann ist auch die Progressionsbohrung zu, sie liegt ja unter dem Gasschieber. Weil nun die 16N1 eben gerade keinen geordneten Standgas-Gemisch-Austritt motorseitig hinter dem Gasschieber haben, ist dann auch der Motor aus. Deswegen ist das ja so ein elendes Zehntelmillimeter-Gefummel mit dem Schieberanschlag.

Am moderneren 16N3 ist das ordentlich gelöst: Das Leerlaufgemisch von der Düse kommend tritt im motorseitigen Flansch aus, dazu kommt reine Luft aus einem Seitenkanal um den (geschlossenen) Gasschieber herum. Beides ist direkt per Stellschraube einzustellen, es gibt keinen Gasschieberspalt, keine Progressionsbohrung und keine verschleißfreudigen Anschlagflächen in weichem Zink.

Peter


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