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  AntwortenNeues ThemaUmfrage

> Tachoantrieb SR1 SR2 der Kleine Reparaturanleitung
NorbertE
Geschrieben am: 03.06.2007, 13:56
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Ich hab wieder mal Lust auf eine kleine Doku, deswegen meine Bitte: bitte hier nichts rein.
Zu Fragen etc. können wir wieder einen parallelen Fred machen oder halt hinterher.

Der kleine Tachoantrieb, wie er bei SR1 und SR2 verbaut war, ist ein Sensibelchen, versagt durch Montagefehler und ungenügende Pflege oder Beidem gerne den Dienst.
Dabei treten haupsächlich 2 Fehler auf.
Mit etwas feinmotorischem Geschick und wenig Mittel kann man den wieder gangbar machen, zumal der 23"-Antrieb neu nicht mehr zu bekommen ist. Das will ich Euch mal demonstrieren.

Als Erstes haben wir unten den komplett zerlegten Antrieb
(Von oben und von links nach rechts)

das Schmiernippel
die hintere Verschluss- und Führungsbuchse
die Schnecke
das Gehäuse
den Dicht- und haltering fürs Schneckenrad
das Schneckenrad
der Mitnehmer

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NorbertE
Geschrieben am: 03.06.2007, 14:04
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Der häufigste Defekt ist, dassn der Mitnehmer, der eigentlich auf dem Schneckenrad durch eine Art "Schnappverbindung" und zwei Nasen befestigt ist, auf dem Rad nicht mehr hält.
Ursache kann sein eine zu dichte Montage an der Nabe> der "Schnapprand" wird abgeschliffen. 2. Möglichkeit ist, dass der Antrieb durch mangelnde Wartung schwer oder gar fest geht und die Nabe aber den Mitnehmer weiterhin mitnimmt.
Beides hat eine Zerstörung dieser Verbindung Mitnehmer-Schneckenrad zur Folge.

Auf dem Foto sieht man den zumindest links noch fast intakten Schnapprand und die Aussparung für die Nasen des Mitnehmers.

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NorbertE
Geschrieben am: 03.06.2007, 14:07
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Hier sieht man am Mitnehmer gut die 2 Nasen, die aber bei einem schwergängigen oder festen Antrieb wie 2 Messser wirken, die den Schnapprand regelrecht durchschneiden und sich dabei selbst abwetzen. Hier sind sie noch ansatzweise zu sehn.

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NorbertE
Geschrieben am: 03.06.2007, 14:10
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Eine (fast) intakte Einheit sieht so aus.

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NorbertE
Geschrieben am: 03.06.2007, 14:17
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Bevor wir jetzt soweit sind, müssen wir das Teil ja erst einmal zerlegen. Dazu nimmt man ein passendes Dörnchen oder einen Schraubendreher und drückt von der Tachowellenseite die Schnecke mitsamt der Buchse nach hinten raus. Manchmal muss man den Dorn auch mal kräftig auf die Werkbank aufsetzen. Man kann jedenfalls Halte-und Führungsbuchse und die Schnecke nach hinten herausziehn oder schieben.

Jetzt ist der Dichtring dran, an den man nicht so ohne Weiteres herankommt. Die einzige Stelle, wo das ohne Beschädigung geht, ist auf dem Foto ersichtlich. Durch die hinter Öffnung der Schneckenlagerung (dort wo die Kunststoffhülse drin war) schräg mit einem passenden Schraubendreher nach oben drücken. Danach kann man das Schneckenrad entnehmen und alles gründlich säubern.

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NorbertE
Geschrieben am: 03.06.2007, 14:23
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Von der Funktion her ist es nun so, das wir die beiden Nasen des Mitnehmers, die meist nicht mehr da oder zumindest verschlissen sind, irgendwie ersetzen müssen.

Dazu fräsen wir (Schlüsselfeile geht auch) 2 Nuten 1-2mm in den Mitnehmer. Man kann auch ganz auf Nummer Sicher gehn und 3 Nuten 120° versetzt oder 4 Stk. machen
(Der Mitnehmer auf dem Foto hat z.B. fast garnichts mehr von einer Nase)

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NorbertE
Geschrieben am: 03.06.2007, 14:27
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Nun bohren wir mit einem 1mm Bohrer (deswegen die eingangs erwähnte Feinmotorik biggrin.gif ) zwei Löcher ins Schneckenrad. Diese Löcher müssen unbedingt auf dem oberen Rand sein, sonst behindern sie die Drehung!!!
Auf dem Foto sind dort die Schrauben schon probeweise drin.

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NorbertE
Geschrieben am: 03.06.2007, 14:34
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Jetzt wird sich bestimmt Jeder fragen: "Wo, zum Teufel bekomme ich so kleine Schrauben her?" hmm.gif

Da gibt es mehrere Möglichkeiten: ein altes Brillengestell, alte Messgeräte oder einfach der Gang zum Optiker biggrin.gif Am ehesten eignen sich die Schrauben, mit denen der Bügel eines Brillengestells befestigt ist (kleiner Kopf).

Es ist auch völlig unerheblich, ob es sich um Gewinde-oder Holzschrauben handelt, da das Schneckenrad aus Miramid ist.

Im Baumarkt gibt es auch für sündhaft teures Geld kleine Holzschrauben 2x10, wie die Variante auf dem Foto unten. Auch Modellbauläden sind ein Anlaufpunkt für Sowas

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NorbertE
Geschrieben am: 03.06.2007, 14:40
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Zusammenschrauben können wir es aber noch nicht, denn sonst bekämen wir den Dichtring nicht rein.
Wir fetten jetzt das Gehäuse und auch das Schneckenrad. Dabei bitte den Rand, wo der Mitnehmer aufliegt, nicht mit fetten. Dann setzen wir das Rad ins Gehäuse und drücken den Ring auf, der verhindert, dass das Rad herausfallen kann. Als Fett nehme ich immer Instrumentenfett, was nicht ganz so zäh ist.

Als letztes entfetten wir nun den Mitnehmer und mit einem Pinselchen den Rand des Schneckenrades.

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Geschrieben am: 03.06.2007, 14:47
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Zu den Schräubchen nochmal: die dürfen nicht zu lang sein, sonst schaun sie unten heraus und hindern so beim Drehn. Es können durchaus auch Madenschrauben sein oder zu lange werden oben abgezwickt. Sie fungieren ja nur als Mitnehmer.

Nun tropfen wir vorsichtig auf den Rand, wo der Mitnehmer aufliegt Sekundenkleber, stecken ihn auf und verschrauben ihn. Dann fliegt das Teil zum aushärten in die Ecke.


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NorbertE
Geschrieben am: 03.06.2007, 14:52
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Der nächste mögliche Fehler ist die Schnecke. Die läuft aus unerfindlichen Gründen manchmal konkav (also nach innen) ein, obwohl sie aus Metall ist und das Schneckenrad kann die Schnecke nicht mehr richtig mitnehmen. Dies ist nur bedingt reparabel und kommt auf den Zustand der Schnecke an. Prüfen kann man es mit einem Stahllineal oder mit dem Auge gegen das Licht.

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Geschrieben am: 03.06.2007, 15:00
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Schnecke und Schneckenrad laufe so, wie auf dem Foto. Axial hat die Schnecke im Gehäuse ein Spiel von ca. 2mm. Mit einigen 3mm-Unterlegscheiben kann man die Schnecke nun nach vorn oder hinten (auf dem Foto rechts oder links) verschieben, sodass das Schneckenrad wieder Angriffsfläche hat. Verschiebt man es zu weit nach hinten (links), kann es passieren, der Vierkant der Tachowelle greift nicht mehr richtig. Nach Vorn zuviel: man bekommt die Tachowelle nicht mehr ganz rein.
Da ist also Probieren angesagt.

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Geschrieben am: 03.06.2007, 15:03
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Nachdem wir nun die hintere Führungsbuchse eingedrückt haben, die man durchaus mit einem Körnerschlag sichern kann, haben wir einen regenerierten Tachoantrieb. _clap_1.gif

Ich schreibe nochwas zur richtigen Montage, aber jetzt tun mir erstmal die Finger weh biggrin.gif

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NorbertE
Geschrieben am: 03.06.2007, 18:57
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Zur Montage: Dort liegt manchmal die Wurzel allen Übels!

Wenn wir uns die linke Achsseite des Vorderrades anschaun, haben wir auf der 10mm-Achse den Konus und die schmale Kontermutter für Diesen. Dieser Abstand ist nun konstruktiv so bemessen, dass Das gut in die Schwinge vorn reinpasst.

Auf die Achse kommt nun noch der Tachoantrieb (Konus und Kontermutter laufen innen), der ja auch noch von der Gehäusestärke dazukommt.

Wenn jetzt dieser Abstand zu gering ist, schleift der Mitnehmer (in unserem regenerierten Fall kommen ev. noch die Schraubenköpfchen hinzu) an der Radnabe. Dort ist innerhalb kurzer Zeit Ärger vorprogrammiert!!

Wir müssen mit Beilagscheiben (die gibt es in 0,2mm Abstufungen) den Antrieb und damit den Mitnehmer von der Nabe wegbringen. Aaaaber: Die Gabel/Schwinge vorn hat für die Vorderachse einen definierten Abstand. Wir dürfen es also auch nicht übertreiben.

Am Einfachsten geht es, indem man auf das ausgebaute Rad den Antrieb aufsteckt und mit einer Radmutter richtig festzieht. Und jetzt schaun: schleift was? Eventuell mit der Lichtspaltmethode (Taschenlampe) schaun. Meist wird das so sein. Nun muss man sich mit den Beilagscheiben, die zwischen Konuskontermutter und Antrieb auf die Achse gesteckt werden, vorsichtig an das Optimum herantasten.

In einer einzigen Einbauanleitung habe ich dazu Maße gefunden: Der Abstand Kontermutter aussen und Radnabe muss mindesten 11mm betragen und der Abstand des Mitnehmers zur Nabe mind. 1mm.

Hat man den Punkt gefunden, wird das Rad mit Antrieb montiert. Dazu kann es manchmal notwendig sein, den linken Gabelholm etwas mit der Hand nach aussen zu ziehn.

Und dann kommt noch: Wenn man am Moped irgendwas macht und eine Fettpresse rumliegt: Drauf auf den Antrieb und zwar heftig biggrin.gif!!!

Ein "gelegentliches" Abschmieren hilft dort mächtig. Natürlich sieht diese Stelle dann immer etwas "schmantig" aus, wird es einem aber auch danken.

So, habe fertig... biggrin.gif


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