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christian
Geschrieben am: 28.04.2009, 10:59
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Hallo ihr Schrauber,

ich habe wie viele andere von Euch auch das Problem mit dem herausspringenden 1 Gang.
Nun habe ich vor einiger Zeit in diesem Forum gelesen, dass man das Schaltrad drehen kann um diesem entgegen zu wirken.
Leider schaltet seitdem der 2 Gang nicht mehr. Wenn ich am Schalthebel nanuell drücke, bemerke ich eine gewisse Schwergängigkeit.
Kann mir hier jemand einen Tip geben ? _uhm.gif

Christian von der Küste
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Sven
Geschrieben am: 28.04.2009, 11:31
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Es ist natürlich nicht nur die Schaltklaue, die sich abnutzt, sondern auch die Bohrungen der Losräder schlagen aus (rund --> eliptisch). Und dann fliegt dir der Gang genauso raus. Wie hat das bei dir ausgesehen ?

Gruß Sven
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basti1971
Geschrieben am: 28.04.2009, 11:41
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weep.gif Hallo hier basti,

leider habe ich an meinem Essi auch das Problem _uhm.gif

Gibt es da schon irgendwo eine Anleitung was man da machen kann ???
Ich bin bei meinen Testfahrten halt dann gleich im 2. losgefahren. Das ist aber auf Dauer bestimmt nicht gut , oder ???

Ist das Problem gelöst wenn ich ne neue Handschaltung anbaue ???

hmm.gif Freue mich wenn mir jemand helfen kann.... thumbsup.gif

Gruß basti1971


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Schönen Tag noch und Carpe diem !!!

Basti1971
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NorbertE
Geschrieben am: 28.04.2009, 12:49
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Jungs, ich sitz jetzt grübelnd hier und überlege, wie ich Euch dieses relativ einfache Problemchen erklären und rüberbringen kann. Es setzt etwas technisches Verständnis voraus und man müsste es eigentlich bebildern. Das wiederum geht ohne Schnittmodell nicht richtig.

Auf dem Foto seht Ihr dieses Teil, um was es geht: die Abtriebswelle mit Losrad 1.Gang (links), Schaltstern (mitte) und Losrad 2. Gang (rechts). Fotografiert ist es in Stellung "Leerlauf". Ganz rechts habe ich ein Kettenritzel draufgesteckt, damit man erahnen kann, um welches Teil es geht.

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Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen auch Zwerge lange Schatten.
Karl Kraus
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NorbertE
Geschrieben am: 28.04.2009, 12:54
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Dieses Foto zeigt "eingelegter 1. Gang". Man sieht also, dass der Schaltstern axial (über den Griff, den Bowdenzug usw.) auf der Welle einfach nur hin- und hergeschoben wird.

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NorbertE
Geschrieben am: 28.04.2009, 13:04
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In den "Losrädern" 1. und 2. Gang sind Löcher und der Schaltstern hat rechts und links jeweils 3 "Zapfen". Diese Zapfen greifen nun in die Löcher des jeweiligen Gangrades. Im Stillstand und auf dem Foto betrachtet ist das ganz easy. Aber die ganze Geschichte dreht sich und die Zapfen müssen bei sich drehenden Teilen sicher in die Löcher der Räder greifen. Diese 3 "Zapfen" übertragen auch das komplette Drehmoment und die komplette Kraft des Motors auf die Kette!!!

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NorbertE
Geschrieben am: 28.04.2009, 13:19
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Und jetzt kommts!!! Der Abstand der beiden Gangräder zueinander ist fest definiert. Damit auch der Weg des Schaltsterns. Die "Zapfen" greifen definiert in die Löcher und alles ist gut.
Wenn sich der Abstand der beiden Gangräder aber vergrössert, können die Zapfen nicht mehr richtig in die Löcher greifen. Wollen die auch nicht. laugh.gif Dann rutschen die manchmal drüber und das ist das, was man so landläufig als "Gängespringen" bezeichnet. Durch den dadurch entstehenden Verschleiss sehen dann die Löcher in den Gangrädern so wie auf dem Foto aus. Man sieht auch deutlich den Weg der drüberrutschenden Zapfen. Jedes "Gangspringen" ist Gift für den Motor!!!

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NorbertE
Geschrieben am: 28.04.2009, 13:29
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Und jetzt ist der Punkt erreicht, wo ich an die Grenze meiner Erklärkunst komme, da man ein Schnittmodell brauchte.
Ich schrieb "wenn sich der Abstand der beiden Gangräder vergrössert"... wie geht das?

In der linken Motorhälfte steckt diese Abtriebswelle fest definiert in einer Rotgussbuchse als Lagerung. Dort kann sie nicht weg und auch das Losrad 1.Gang ist fest definiert.

Angefügtes Bild
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NorbertE
Geschrieben am: 28.04.2009, 13:42
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In der rechten Motorhälfte befindet sich auf dieser Welle ein Kugellager, was von aussen eingedrückt wird. Unter dem "schwarzen Deckel" biggrin.gif

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NorbertE
Geschrieben am: 28.04.2009, 14:05
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Jetzt habe ich versucht, "mein Schnittmodell" (allerdings ohne Gehäuse rolleyes.gif ) zusammenzustellen: die komplette Abtriebswelle.

Als 2. von rechts sieht man das Kugellager, was fürs Foto nur locker draufsteckt. Das müsste eigentlich bis Anschlag links ran. Damit (ganz links ist diese Welle am Gehäuse fixiert) hat der Schaltstern einen fest definierten Weg.
Wenn dieses Kugellager (unter dem "schwarzen Deckel" biggrin.gif ) nach aussen wandert, bekommt dieses ganze Ding "Luft" oder Spiel. Wir sprechen hier über 0,2 bis 0,3 mm!!

Das auf dem Foto rechts befindliche Zahnrad 2. Gang wandert also nach aussen (nach rechts) und der Schaltstern mit seinen Zapfen hat mehr Weg. Manchmal greift er, manchmal nicht, manchmal hopst er über die Löcher... das ist das "Gängespringen".

Es gibt eine einfache, wenn auch "russische" Methode, um dem von aussen, ohne Motorzerlegung, Abhilfe zu schaffen.

Mach ich später, muss los rolleyes.gif

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mephistho
Geschrieben am: 28.04.2009, 14:22
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@ Norbert Respekt, also mit die hat das Forum und ich wohl einen wahren Experten gefunden!! Ich habs verstanden. und das als Noob. laugh.gif


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NorbertE
Geschrieben am: 28.04.2009, 18:12
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Der Abhilfeversuch mit "russischer Methode" laugh.gif Es ist also aus maschinenbautechnischer Sicht nicht korrekt und jeder Meister aus dem Fach würde mir jetzt am liebsten hinter die Löffel haun. laugh.gif

Als erstes lehnt man das Moped schräg nach links irgendwo an. Es geht also im eingebauten Zustand (Motor im Moped!!). Schräg nach links deshalb, damit das Getriebeöl nach links fliesst. So lassen wir die Kiste 10 min. stehn, das Öl ist recht zähflüssig und braucht Zeit.

Das Kettenritzel muss ab und der darunter befindliche "schwarze Deckel" (der Staubdeckel mit Wellendichtring).

Dann bietet sich einem so ein Bild. Es kann sein, die Papierdichtung geht nicht wie auf dem Foto mit dem Deckel ab, sondern klebt am Gehäuse. Die muss weg und die braucht man auch neu!!!

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NorbertE
Geschrieben am: 28.04.2009, 18:19
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Man sieht schon das Kugellager und darauf befinden sich meist eine oder mehrere "dünne Scheiben". Die entnehmen wir auch und dazu komme ich noch. Diese Scheiben sind der eigentliche Schlüssel zu der gesamten Problematik "Gängespringen"!!

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NorbertE
Geschrieben am: 28.04.2009, 18:28
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Jetzt kriegt als nächster Schritt das Lager (bitte am Aussenring!!) mit einem Setzer, einem Rundeisen etc. einen kräftigen Schlag mit dem Hammer. Eine im Durchmesser passende Rohrhülse wäre natürlich am Besten. Man merkt deutlich, wenn es nicht mehr weiter nach innen geht!

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NorbertE
Geschrieben am: 28.04.2009, 18:38
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Was haben wir da nun getan? Dazu muss ich das Foto nochmal bemühn.

Links steckt die Welle im Gehäuse und kann nicht weg. Rechts hab ich nun das Kugellager mit Hammerkraft bis auf Anschlag "eingedrückt" wink.gif
Der vorgegebene Abstand der beiden Gangräder ist also eigentlich wieder hergestellt.

Da sich die ganze Sache aber dreht und erwärmt, benötigt die komplette Einheit doch etwas "Luft". Das ist das vorgegebene Lagerspiel und das beträgt 0,2-0,3mm. Das haben wir ja nun nicht, denn wir haben das Kugellager bis auf Anschlag eingepresst.
Machen wir gleich wink.gif

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