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> Zündspule und Zündkondensator prüfen, Prüfung in ausgebautem Zustand
Wolfgang
Geschrieben am: 26.11.2009, 16:53
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Auf Anfrage eines Users über PM habe ich eine einfache Prüfvorrichtung für einzelne Zündspulen und Kondensatoren entworfen, mit der diese Bauteile auch in ausgebautem Zustand einfach auf Funktion geprüft werden können.

Da das Thema von allgemeinem Interesse sein dürfte, stelle ich es mal hier mit hinein.

Beachtet aber bitte, dass Ihr es hier mit Hochspannung zu tun bekommt und seid entsprechend vorsichtig!

Bekannterweise wird ja bei unserer Magnetzündung die Primär-Zündspannung in der Primärwicklung der Zündspule durch das umlaufende Polrad erzeugt. Diese Spannung ist eine Wechselspannung von ca. 6V.

Will ich nun die Zündspule separat prüfen, muss ich ihr also diese Spannung von außen zuführen. Nehme ich dazu eine (6V-) Batterie, dann habe ich das Prinzip der Batteriezündung. Da die Batterie aber eine Gleichspannung abgibt, muss ich den Strom zerhacken, dass eine Art Wechselstrom entsteht. Denn erst durch den Magnetflusswechsel lässt sich die Spannung zur Zündspannung (15 000 V) hochtransformieren.

Als Zerhacker nahm ich ein Relais mit ausreichend starken Kontakten (es wird ein Ruhe- und ein Arbeitskontakt benötigt). Meine Bastelkiste gab aber nur ein
12V-Relais her; also brauchte ich noch eine Gleichspannung von 12V zum Betrieb des Relais.

Angefügtes Bild
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Wolfgang
Geschrieben am: 26.11.2009, 16:55
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Nun zur Funktion:
Die 12V werden dem Relais über den Ruhekontakt (4 - 1)zugeführt. Zieht das Relais an, wird der Kontakt geöffnet und der Stromkreis durch das Relais unterbrochen. Dadurch würde das Relais sofort wieder abfallen, wenn nicht der Elektrolyt-Kondensator (200 μF) zur Erregerspule des Relais parallel geschaltet wäre. Der wird nämlich bei jedem Schließen des Ruhekontakts aufgeladen und hält so den Relaisanker solange fest, bis der Kondensator sich über die Relaiswicklung entladen hat. Die Kapazität des Kondensators ist im Verhältnis zum Widerstand der Relaisspule so bemessen, dass das Relais in der Sekunde ca. 50mal anzieht und wieder abfällt. Das entspricht einer Motordrehzahl von 3000 U/min.

Wenn das Relais so vor sich hin schnattert, wird ein zweiter Kontakt (Arbeitskontakt 9 – 11) ebenfalls periodisch geschlossen und geöffnet. Über diesen wird die Batteriespannung von 6V der Primärwicklung der Zündspule zugeführt. Bei jeder Unterbrechung dieses Stromkreises entsteht an der Funkenstrecke ein Hochspannungsüberschlag, wenn der Kondensator von 0,22 μF in Ordnung ist. Seine Aufgabe ist es, den Abreiß-Funken, der über dem „Unterbrecherkontakt“
9 – 11 entstehen würde, zu löschen. Würde er fehlen oder defekt sein, käme an der Funkensstrecke kein Funken zustande. Übrigens die Funkenstrecke nicht zu groß einstellen, da sonst die Zündspule Schaden nehmen kann (wegen einer fehlenden Sicherheitsfunkenstrecke).

So sieht mein Prüfplatz aus:
Die Zündspule und der Kondensator sind nur verschraubt und können so schnell gewechselt werden.


Angefügtes Bild
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Wolfgang
Geschrieben am: 26.11.2009, 16:56
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Durch die schnelle Folge der Funken in der Funkenstrecke scheint der Funken still zu stehen und man kann ihn gut fotografieren:

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Wolfgang
Geschrieben am: 26.11.2009, 16:57
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Der Zündkondensator verhindert zu starke Funkenbildung am Relais-Unterbrecherkontakt:

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Wolfgang
Geschrieben am: 26.11.2009, 16:59
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Hier ist der Kondensator-Anschluss (verschwommen im Hintergrund) gelöst; Folge: Starkes Feuer am Kontakt, aber kein oder nur schwacher Funken:

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Wolfgang
Geschrieben am: 26.11.2009, 17:00
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Für ein entsprechendes 6V- Relais könnte der Schaltplan so aussehen:

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Raphael
Geschrieben am: 26.11.2009, 17:25
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Das ist sicher ein tolle Sache dass man die Spulen allgemein erstmal prüfen kann aber kommt man damit dem "Meine-Schwalbe-geht-nach-ein-paar-Kilometern-aus"-Problem bei , welches ja nun bei einer gewissen Motortemperatur aufzutreten scheint ?

hmm.gif

Gruss , Raphael


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" Es wird Tote geben." Dieser Schreibfehler in der Einladungskarte führte dazu , daß auf der Feier zu meinem 8. Geburtstag niemand kam.

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Wolfgang
Geschrieben am: 26.11.2009, 17:41
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Die Zündspule wird im Betrieb an der Prüfschaltung warm. Du kannst aber auch mit einem Fön nachhelfen.


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Raphael
Geschrieben am: 26.11.2009, 18:16
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thumbsup.gif

Jo , Wolfgang , da hätte der Raffi auch selbst drauf kommen können... cry.gif

Gruss ,
der (sich jetzt schämende)

Raphael


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NorbertE
Geschrieben am: 26.11.2009, 18:20
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Wolfgang, as erstes hatte ich wieder das Neurerwesen im Kopf und natürlich sofort einen "Verbesserungsvorschlag" laugh.gif
Es gibt Klingeltrafos mit 6/8/12V Wechsel. Man spart sich also das zerhacken. Aaaaaber....man kann damit den Kondensator nicht testen.

Und fürs Kondensatortesten hab ich auch noch keine Möglichkeit gefunden. Ich hab einen C-Tester da, müsste aber gleichzeit eine Isolationsprüfung machen.

Wolfgang, genial, einfach, auch die Realisierung der Selbsthaltung über den Elko thumbsup.gif
Alle Daumen hoch also!! thumbsup.gif thumbsup.gif

Hinzufügen möchte ich: Man muss natürlich ein Relais verwenden mit durchsichtiger Kappe oder Ohne. Sonst kann man den "Unterbrecherfunken" nicht beurteilen.

Is genial thumbsup.gif


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pneubusiness
Geschrieben am: 26.11.2009, 21:26
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ich finds auch genial ........ glaub aber net. das ich das je bauen kann _uhm.gif


viele Grüße


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MfG Tino

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Wolfgang
Geschrieben am: 27.11.2009, 09:03
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QUOTE (pneubusiness @ 26.11.2009, 21:26)
ich finds auch genial ........ glaub aber net. das ich das je bauen kann _uhm.gif

Dann schick mir Deine Zündspulen und Kondensatoren. Ich prüfe sie Dir.


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pneubusiness
Geschrieben am: 27.11.2009, 10:46
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oki, dankeschön ... das mach ich ...... wenn alles beisammen ist meld ich mich per PM

viele Grüße


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MfG Tino

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der Lehmann
Geschrieben am: 27.11.2009, 17:07
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Wolfgang,

Gratulation! thumbsup.gif _clap_1.gif

Endlich mal wieder eine anspruchsvolle Bastelei. Tolle Sache! rolleyes.gif thumbsup.gif

Viele Grüße, Jürgen


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Viele Grüße, Jürgen

Teilnahme UT 1 bis UT 6 und UT 8 bis UT 11
UT 12 in Sachsen, wenn nicht gerade Urlaub ist, dann dabei!

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Wolfgang
Geschrieben am: 26.04.2010, 09:50
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QUOTE (NorbertE @ 26.11.2009, 19:20)
Wolfgang, as erstes hatte ich wieder das Neurerwesen im Kopf und natürlich sofort einen "Verbesserungsvorschlag" laugh.gif
Es gibt Klingeltrafos mit 6/8/12V Wechsel. Man spart sich also das zerhacken.

Norbert, ich muss nochmal auf Deinen "Neuerervorschlag" zurückkommen und möchte den nicht so unkommentiert hier stehen lassen.
Aber offensichtlich hat auch noch keiner den Versuch gemacht, die Zündspule mit einer 50 Hz Wechselspannung zu betreiben. Denn damit kann man keinen Zündfunken erzeugen. Es kommt auf die steile Flanke beim Unterbrechen der Spannung an und damit auf eine große zeitliche Änderung des Magnetflusses, was Du mit der sanften Sinuskurve bei dem vorgegebenen Übersetzungsverhältnis nicht erreichst.


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