Und noch ein dunkelblauer SR2., SR2 Bauj. 1959 im Originallack
| Otto |
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| QUOTE (Nugenau @ 29.01.2020, 12:52) | Glücklicherweise haben bei Weitem nicht alle Vergaser dieser Zeit das Problem, sondern allenfalls einige Produktionschargen. Grund ist bekanntermaßen eine fehlerhafte Zusammensetzung des Materials.
Zinkpest/Zinkfraß ist eine Korrosion aufgrund von Mängeln der verwendeten Metall-Legierung.
Eine Korrosion von Modellen, die aus Zinkdruckguss bestehen, wird als Zinkpest, Zinkfraß oder Zinkkorrosion bezeichnet. Ursache der Zinkpest ist eine schlechte Qualität der verwendeten Metall-Legierung sowie Mängel bei der Produktion.
Betroffen von der Zinkpest sind im Wesentlichen Modelleisenbahnen sowie Modellautos und andere Werkstücke, die per Spritzguss aus einer Legierung von Zink, Aluminium, Magnesium und Kupfer und vor 1970 hergestellt wurden. |
Ähm janein. Alles richtig erklärt aber trotzdem falsch. Genauso wie du argumentiert die Industrie. Die behauptet das genau so schon immer seit den 1930er Jahren. Die Realität hat das immer widerlegt. Bis heute ist ausnahmslos jede Legierung davon betroffen. Bei Renault kannst du bis in die frühen 2010er Jahre hinein regelmäßig nach 5 bis 10 Jahren die Durchführungen der Scheibenwischer (hierbei erstaunlicherweise die hintern Wischer stärker betroffen als die vorderen - wobei ich dafür auch eine Erklärung habe) wechseln aufgrund Zinkpestzerfall und festgegangenen Wellen. Bei den neueren Wagen werden wir in 5 bis 10 Jahren wissen ob die Legierung stabil ist. In einer der letzten Oldtimer Praxis wurde irgend ein Italienischer Motor zerlegt, wo im Alumotorgehäuse eine Pumpe aus Zinkdruckguss steckt, die Motorengehäuse werden alle an der Stelle als Sekundärschaden durch die aufblühende Zinkpest zertrieben. Das Zinkdruckguss durch eine "Wunderlegierung" stabil wird/ ist, ist eine Behauptung der Industrie, die dieses billige Zeug weiterverwenden will. Aber wie heißt es so schön: Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis deutlich größer als in der Theorie... Wobei mittlerweile wahrscheinlich gilt, dass "stabil" in der Industrie 8 Jahre oder 180.000km sind. Wenn das erreicht wird, besteht für die Industrie kein Handlungsbedarf und die Legierung wird als stabil bezeichnet...
Davon abgesehen wünsch ist dir natürlich, dass dein Vergaser (noch) nicht betroffen ist und möglichst lange hält.
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Mein Fuhrpark Twingo C06 Bj 1998 zurzeit mal wieder abgemeldet und in Schweißkur Twingo C06 Bj. 2006 als temporären Ersatz - ach am Ende bleiben sie alle... http://www.twingotuningforum.de/thread-38712.htmlSaab 9-3 bj. 1999 abgemeldet seit 03/2022 C4 Grand Picasso von 2011 (Auto von meiner Frau, VTi120) Trabant 601 Bj 1989 (lange nicht mehr bewegt...) Ninja ZX6R Bj 1998 (als Neufahrzeug gekauft und dabei geblieben, soll eine rollende Restauration werden, derzeit 160.100km auf der Uhr) SR2E Bj 1962 (seitdem in Familienbesitz, Überholung läuft) Pegasus KM30 Bj 1994 (als Alltags und Reiserad, rollende Restauration, geschätzt 80.000km gelaufen, eine MIFA-Marke????) Giant Terrago Bj 1999 (Mountainbike geschätzt 50.000 km gelaufen) MIFA Klappie Bj 1972 (restauriert) Diamant 35154 Schwanenhals (Projekt für irgendwann) DKW RT100 Bj. 1938 (wird immer noch restauriert) DKW RT100 Bj. 1939 (eigentlich Teileträger für oben, aber wer weiß...) Express 98ccm Bj. 1949 (in Restaurierung) Motobecane MB2 Bj. 1928 (wird restauriert) Norton 16H - fährt natürlich auch nicht weitere Fahrräder, Motorräder, Autos, Stationärmotoren, Gedöns,...
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| Nugenau |
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| QUOTE (Otto @ 30.01.2020, 12:57) | Ähm janein. Alles richtig erklärt aber trotzdem falsch. ... Davon abgesehen wünsch ist dir natürlich, dass dein Vergaser (noch) nicht betroffen ist und möglichst lange hält. |
Danke für die Erläuterungen, das hört sich sehr interessant an! Deinen Wunsch möchte ich für alle, besonders die älteren Vergaser dieser Welt, ausweiten. Mögen sie von der Zinkpestpandemie so lange als möglich verschont bleiben. Wenn man sich deine Ausführungen allzu sehr zu Herzen nimmt, ist man geneigt das Oldtimer Hobby an den Nagel zu hängen. So ganz ohne Vergaser macht das dann nämlich gar keinen richtigen Spaß mehr.  Das wäre sehr schade, weil Briefmarken Sammeln ist für mich keine Alternative.
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Gruß, Theo Nugenau...
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| Otto |
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Ja, und das schlimme ist, dass es keine Möglichkeit gibt die Zinkpest zu stoppen oder die Schäden zu reparieren. Musst du mal im VfV Forum nachlesen, das gibt es zig (gescheiterte) Versuche das zu reparieren. Da ist ein Millionen Stück Fahrzeug wie der SR2 noch ein dankbares Objekt - hier findet man immer leicht ein besser erhaltenes Exemplar. Bei irgendwelchen exotischen Vergasern aus den 20er Jahren spielen sich da leicht echte Dramen ab. Im schlimmsten Fall bleibt nur ein Nachguss des Teiles. Es ist wohl so, dass es einige "Trigger" für das fortschreiten der Zinkpest gibt. Temperaturschocks, Stöße oder mechanische Spannungen, vermutlich auch chemische Einflüsse. Warum und wann genau das auftritt, lässt sich aber kaum vorhersagen. Auch ich habe schon SR2 Vergaser gerichtet ohne dass danach der Vergaser zerfallen ist. Ob dabei aber die Keimzelle zur Zinkpest gelegt wurde und in 10 Jahren bis nach außen durchdringt - in 10 Jahren weiß ich es. Irgendwann trifft es alle. Aber deshalb würde ich nicht das Oldtimerhobby aufgeben.
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