Ganz so simpel ist das ja nun nicht.
Man möchte eine Verbrennung haben, die genau in dem Moment ihren maximalen Druck auf den Kolben bringt, wo der Kolben den besten Hebel auf die Kurbelwelle bringt.
Weil nun die Verbrennung an sich (also die Ausbreitung der Druckwelle von der Zündkerze aus in Richtung Kolbenboden) nicht schneller wird, bloß weil sich der Motor schneller dreht, braucht man dazu mit steigender Drehzahl immer frühere Zündung.
Beim Viertakter kann man das entspannt passend machen, denn hier sind vor und nach dem entscheidenden OT-Durchgang beide Ventile zu. Zu frühe Zündung klopft hier "nur" die Lager kaputt, zu späte verpufft mit schwacher Wirkung.
Beim klassisch kolbengesteuerten Zweitakter feuert ein viel zu früher Zündzeitpunkt zusätzlich noch in den Überströmer zurück, ein viel zu später entlädt einen Teil des Verbrennungsdrucks direkt in den Auspuff anstatt auf den Kolben zu wirken. Deswegen sind "wir" hier viel beschränkter.
Die Physik der einfachen Thyristor- oder Unterbrecherzündung hilft hier auch nicht, denn das Entladungstempo des Zündkondensators oder/und die Induktion in der Zündspule sind ebenfalls nicht unendlich schnell. Deswegen wandert der ZZP einer an sich statischen Zündung (wie auch der VAPE) bei sehr hohen Drehzahlen ein klein wenig nach Spät, wo doch Früh nützlicher wäre.
Das ist bei serienmäßigen Motoren bis 6000 oder 7000/min weitgehend egal. Wenn die Drehzahlen aber ins Fünfstellige gehen, wird das wichtig.
Guten Flug also alle miteinander, ob brrrrr oder bzzzzz oder wuiiiiiii.
Peter
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