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| moosmutzel |
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Du bist ja nun schon seit einiger zeit hier im Forum aktiv und hast mitgelesen, dass Fahrradgeschichte auch eng mit der Industriegeschichte verknüpft ist und eben im Osten staatlich gelenkt war, während im Westen der freie Markt herrschte. Natürlich ergeben sich da Unterschiede bei den Fahrrädern, auch wenn die wesentlichen Bestandteile erhalten blieben (2 Räder, Lenker, Sattel  ) Aber mit Gangschaltungen hatte man's hier zum Beispiel nicht so, das mußten sich die Schaltungsfans selbst nachrüsten. Nabenschaltungen gab es gar nicht. Für bestimmte Entwicklungen fehlte einfach das personal in den Entwicklungsabteilungen, daher konzentrierte man sich auf das Wesentliche, bzw. improvisierte viel, um den Leuten einen gewissen Fortschritt vorzugaukeln. Ich selbst habe damals eine Favoritschaltung zum Geburtstag bekommen und sie zusammen mit meinem Vater an meinem "Pionier"-Fahrrad angebracht. oder war's ein "IFA Touring"? Egal, jedenfalls eine von den 2-3 Marken, die es in der DDR gab!  Zusammenfassend läßt sich sagen: "Mir hatten ja nischt." oder besser "Es gab ja nischt", denn Geld war eben schon da, nur kaufen konnte man nichts dafür oder mußte eben Glück und Beziehungen haben. Das war im Westen schon deutlich anders, deshalb werde ich diesen Unterschied auch immer machen, wenn ich über die Vergangenheit rede. Was die Vorkriegszeit betrifft, hast du schon recht, aber da ist es wiederum so, dass man sich eben für die Geschichte der Marken interessiert, und NSU war nun mal später im Westdeutschland der 50er 60er Jahre eine etablierte Marke und nicht in der DDR. Aus unserer Gegend stammen Phänomen, Wanderer, Brennabor, Seidel und Naumann und viele schöne und erfolgreiche Marken. Auch Mifa und Diamant.
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| drehmoment |
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| QUOTE (albin @ 08.08.2011, 10:34) | | was soll Westware heißen?, das ist meiner Meinung nach ein Vorkriegsrad, da hat es Ost und West noch nicht gegeben, die DDR wurde ja erst 1949 gegründet. |
Grüß Dich Albin,
... eins vorweg: ich hatte den folgend wiederholten Passus.:
| QUOTE (drehmoment @ 08.08.2011, 08:59) | | nur Westware... |
in Klammern gesetzt, weil ich es nicht im wortwörtlichen Sinne, sondern mit einem verschmitzten Grinsen meinte.
Herleitung als Erklärung dazu: Da meine Wiege im Westen stand und ich daher den Osten seit Jahren erheblich spannender finde (auch und gerade weil ich den Westen von der Picke auf kenne), neige ich manchmal dazu, Dinge die nicht eindeutig als "Ost" (diesen Begriff wohlgemerkt im positiven und nicht im herablassenden Sinne nutzend !!!) zu indentifizieren sind, als für mich oftmals (langweiligen, weil bekannten) Westkram abtue.
Die Herleitung von wann bis wann die DDR bestand ist daher nett von Dir, aber mitnichten nötig.
Gruß,
Bernd
P.S.: NSU produzierte im Übrigen bis zur Produktionseinstellung in Neckarsulm im Mai 1963 weiter Fahrräder, wenn auch das abgebildete Rad selbstredend einer jüngeren Dekade zugerechnet werden kann.
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| albin |
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Meiner Meinung nach sprechen für Räder aus Deutschland und Österreich, die Rücktrittsnaben und die Stempelbremsen, die hatte die Italiener nicht. Ich habe halt solche noch nie auf italienischen Rädern gesehen. Auch die Art der Lampen war ähnlich. Ebenso gab es Parallelen in der Bauart der Räder. In den 1970er Jahren kam dann die Gangschalt vermehrt auf aber es gab auch noch Räder mit Rücktritt ohne Gangschaltung auch ohne Nabenschaltung. Im Westen gab es alles zu kaufen aber es fehlt auch das Geld, so wurden auch billige qualitativ schlechte Räder gekauft, wo meiner Meinung nach DDR Räder besser gebaut wurden. Die Keillager waren teilweise bei den Rädern ein großes "Glump", die waren bald einmal kaputt und mussten getauscht werden. Ebenso wurden bei Puch mit der Zeit 26 Zoll Räder vermehrt gebaut nur halt mit weniger breiten Reifen.   ist das so ein großer Unterschied? Statt Ost oder West müsste man vielmehr DDR-Produktion oder westdeutsche Produktion oder österreichische Produktion sagen. Auch spätere Neuerungen und Entwicklungen waren in Westdeutschland und Ostdeutschland wie auch in Österreich gleich z. B. die Rücklichter aus Kunststoff, sicher sahen diese verschieden aus aber im Grunde waren sie gleich. In Polen wird man wohl auch Räder gebaut haben, das war ja auch Osten? Ich sehe nicht diese großen Unterschiede, vieles war ähnlich, auch die späteren breiteren Rücklichter, waren im Westen wie im Osten. Der Bau der Klappräder war auch in ganz Europa, natürlich hatten da die Hersteller Unterschiede.
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| albin |
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ich habe Dich Bernd schon verstanden, weil ja alles so schreiben und reden aber für mich müsste man mehr DDR-Produktion oder DDR Fahrradindustrie schreiben, die ihre eigenen Firmen hatten. Es war aber auch vieles Parallel. Manches wurde in den westlichen Länder nicht mehr produziert: Glockenlager, Chromkappen auf der Gabel, Stempelbremsen, ebenso gab es keine Linierung mehr Manche Entwicklungen waren aber auch parallel: Klappräder, dann die 26 Zollräder siehe Puch:  siehe Mifa:  also nicht so unterschiedlich, wie das immer hingestellt wird. Die Frage was schön ist, die ist immer relativ.
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