Leistungsunterschied, kalter/warmer Motor ETZ 150
alter mann |
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Hallo an alle! Ich bin Besitzer einer ETZ 150 aus Baujahr 1989.Das gute Stück war seit 1995 abgemeldet.Ich hab es jetzt wieder auf Vordermann gebracht und neu zugelassen.Es war mein erstes Motorrad und so hängen auch einige Erinnerungen dran.Es macht Spass wieder damit zu fahren und ich bin eigentlich sehr zufrieden mit dem Gerät.Hab da aber mal ne Frage!Mir fällt auf das mit warmen Motor bei 80 km/h Schluss ist.Wenn ich morgens losfahre und der Motor nur "lauwarm" ist dann rennt sie wie wild.100 km/h sind überhaupt kein Problem (Choke ist da schon geschlossen).Wenn ich nachmittags Feierabend mache und nach hause will muss ich erst durch die Stadt und der Motor ist dann auf meiner Teststrecke heiss und dann ist bei 80 km/ Schluss.Habe einen BING Vergaser dran und bin damit sehr zufrieden,Leerlauf stabil (was mit dem BVF überhaupt nicht gelang),kein Blaurauch aus dem Auspuff.Teillastnadel hängt in der zweiten Kerbe von oben.Umhängen der Nadel hat nichts gebracht.Zündzeitpunkt genau auf 2,5 mm vor OT eingestellt.Kerze ist schön rehbraun.Hat vielleicht irgendjemand auch soetwas festgestellt und am besten herausgefunden woran das liegt?Hab mich heut mit einem Arbeitskollegen unterhalten.Der hat eine ETZ 250 und kennt den Sachverhalt auch.Ich würde mich freuen wenn jemand eine Idee dazu hätte.
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alter mann |
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Hallo Toni, auf dem Ansaugstutzen des Zylinder steht 150/1.Da gehe ich mal davon aus das es ein Zylinder der 9 KW Variante ist.Wäre damit auch der richtige,da 9 KW auch in den Papieren stehen.Ist auch nicht mehr der Originale,da ich irdendwann vor 1995 mal ein Kolbenklemmer hatte und Kolben und Zylinder darum erneuert wurden.Das Problem mit Leistung und Leerlauf hat die Emme auch schon von Anfang an.Habe das Motorrad 1989 neu gekauft inklusive nicht vorhandenem Leerlauf und Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 km/h.Ich kann mich dunkel daran erinnern das ich sie deswegen auch mal in der Werkstatt hatte,hat sich aber nichts dran geändert.Das mit dem Leerlauf ist ja jetzt auch erledigt,mit dem BING läuft sie wunderbar,nimmt auch gut Gas an,raucht nicht...Jetzt muss nur noch eine Lösung für die Leistung her.Es ist ja auch nicht so das ich den Motor ständig quälen will.Es geht ja eigentlich nur darum noch ne gewisse Reserve zu haben.Es ist doch wunerbar auf ner Landstrasse hinter so nem Opa herzufahren der mit wahnsinnigen 75 km/h dahin rast und man kommt einfach nicht dran vorbei.Wie gesagt,wenn der Motor nur lauwarm ist dann funktioniert es ja,sie hängt dann auch im 5 Gang ab 70 km/h super am Gas und zieht bis 100 km/h auch sauber und problemlos durch.Ich habe ein 15er Ritzel drauf und damit ja schon ein höheres Drehzahlniveau.Mir will nur nicht einleuchten warum im kalten die Kraft da ist und im warmen nicht.Im kalten Zustand kondensiert ja ein Teil des Kraftstoff/Luftgemisches an den Kalten Motorteilen.Um das auszugleichen und ein zündfähiges Gemisch zu erhalten haben wir ja den Choke.Den mache ich nach ca 300 m komplett zu.Wenn ich jetzt davon ausgehe das dann aber immernoch etwas Kraftstoff kondensiert,der Motor dann aber super läuft würde es ja heissen das der Motor betriebswarm zu fett läuft.Das umhängen der Teillastnadel hat nichts gebracht.Der Auspuff ist auch komplett trocken.Keine schmierigen Ölkohlereste hinten am Auspuff.Verbrauch ca 4,5 Liter.AU war auch in Ordnung,1,84 % CO.Seltsam,seltsam das alles...
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alter mann |
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Mensch Toni,
Vom BVF bist du aber überzeugt! Mein BVF der am Motorrad dran war wurde nie verändert.Weder wurden Düsen ausgetauscht noch dran rumgebohrt.Ist alles Original.Gut,nun hatte sie das Leistungsproblem ja auch schon von Anfang an.Hab ein Reparaturhandbuch für die Emme und werde einfach mal vergleichen ob auch drinn ist was drinn sein soll. Einstellen tust du doch nur den Schwimmerstand und die Teillastnadel,oder? Was meinst du mit Grundvorraussetzungen? Hab mir neue Dichtungen für die Kurbelwelle bestellt.Zieht sich sich vielleicht doch im betriebswarmen Zustand Nebenluft?Hab ich zwar auch schonmal gemacht,ist aber Jahre her.
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alter mann |
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Na die Radialwellendichtringe für die KW und die Papierdichtungen für die Deckel in denen die Radialwellendichtringe sitzen.
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MZ300 |
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Hallo, wenn die MZ so lange stand ist es sehr wahrscheinlich, dass die Kurbelwellendichtringe hin sind. Die Beschreibung des Verhaltens der MZ passt auch dazu! Meist gehen die Wellendichtringe auf der Lichtmaschinenseite als erstes kaputt. Dann zieht sie Nebenluft, wenn der Motor warm wird. Wenn der Wellendichtring auf der Kupplungsseite kaput geht hat man einen merkwürdigen Effekt: Dann wird im laufe der Zeit Kraftstoff ins Getriebe gedrückt (duch die Vorverdichtung) und der Ölstand steigt und irgendwann drückt es Öl aus dem Kupplungszuganschluss am Getriebe raus. Wenn du also nach dem Fahren immer ölige Schuhe oder Hosenbein (links) hast, ist der auch hin. Also wechsele gegen gute Wellendichtringe aus und bestelle dir auch die Scheiben dafür gleich mit, die gehen beim Fümmeln da schnell kaputt. Schaue dir bei der Gelegenheit auch gleich mal die Kurbelwellenlager an. Bingvergaser: 118er Düse für 250er/251er, 126er für 301er oder aufgebohrter 250er Achtung!Gemisch 2-T-Öl Vergesst alle die alten Tankwartweisheiten! Viel hilft viel, ist falsch!!!!!!!!! Fahrt höchstens mit 1:50 !!!!!!!!! Besser: 1:70 bis 1:85 (bis 1:100 soll mit hochwertigen Ölen gehen, aber sogenau kann in der Praxis an der Tankstelle nicht wirklich gemischt werden, daher Spielraum) Ich fahre seit 1997 mit meiner aufgebohrten ETZ (285ccm, 25PS) mit 1:75 per Daumenformel, und alles super! Wer mit zu viel Öl fährt ist sich auf längere Sicht eines Kolbenklemmers sicher! Die Schmierung hängt nur von dem Ölfilm an den Öberflächen ab und der wird mit mehr Öl nicht besser. Entweder er ist da, oder eben nicht und bis 1:100 ist er bei modernen Ölen eben da! Zuviel Öl ist bei unseren 2-Taktern sogar schädlich. Daduch entsteht zuviel Ruß bei der Verbrennung. Der setzt sich in den Nuten der Kolbenringe ab und isoliert da. Der Kolben kann so weniger Wärme an die Zylinderwand abgeben. Die meiste Wärme wird über die Kolbenringe übertragen! Daduch dehnt sich der Kolben übermäßig aus und klemmt irgendwann. Die Kolbenringe müssen in ihrem Sitz also Metall auf Metall Kontakt zum Kolben haben und beweglich sein. Rüßablagerungen auf dem Kolbenkopf drauf lassen. Hier ist Isolierung gut! Also nie abkratzen, nur so Brocken weg machen. Im Übrigen ist die Vergasereinstellung auch wichtig um ein überhitzen des Kolbens zu vermeiden. Zu mager=zu heiß, Nebenluft=zu heiß Sowas führt auch schnell zu einem Klemmer. Ich hoffe mein Beitrag nützt was.
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MZ300 |
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Ja hallo,
glaube nicht das es an der Mischung lag. Eher an ein etwas zu "enges" Ausdrehen zum Kolben hin. Das richtige Spiel ist da a und o. Schwer genau hin zu bekommen, jede Dreherei ist da anders. Und zu bedenken ist ja auch noch, dass ein jungfreulicher Kolben noch keine isolierend Rußschicht auf dem Kopf hat! Wird also gerade in der Einfahrpfase heisser als später. Plus viel Reibung durch den jungfreulichen rauhen Kolben- Zylinder. Da ist sanft fahren und eventuell auch mehr Öl sinnvoll, wegen der gößeren Oberfläche, aber nie zu viel, also max 1:50. Sage ich jetzt mal, aus Erfahrung. Ich hatte mit viel Öl nach dem Einschleifen bei meinen Simsons früher jedoch nicht unbedingt Erfolg, damals dachte ich noch , viel hilft viel. Und doch Klemmer bei 1:33!!! Klemmer kommen eben nicht vom mangelnden Öl. Da würden sich eher die Lager melden. Klemmer sind ausschließlich eine Temperaturgeschichte! Wird der Kolben zu heiß, klemmt er. Er dehnt sich eben stärker aus als der Zylinder. Also auch eine Sache des richtigen Spiels. Und das ist nach dem Ausdrehen auch immer ein wenig Glückssache, je nachdem inwieweit der Dreher sein Handwerk versteht, Ahnung von den Zusammenhängen hat, die Maschinen es hergeben und der Kolben Zylinder Kombination. Viele Dinge und daher auch ein wenig Glücksspiel.
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