Man braucht kein Abgasmessgerät, um einen 16N3 einzustellen ... ich weiß echt nicht, warum sich das blöde Gerücht so lange hält.
Man braucht lediglich genauso Geduld und Gefühl dazu wie bei den alten 16N1 - und sowieso geht's hier nur um den Leerlauf. Wenn beim Fahren etwas fehlt, hilft Rumkurbeln an den Stellschrauben sowieso genau gar nichts. Achtung Plural: Auch und gerade bei fabrikneuen 16N3 muss man beide Stellschrauben benutzen, Standgas-Gemisch und -Luft.
Der "Vorteil" der alten Vergaser? Das antiquierte Standgassystem überfettet den Motor im Stand und bei geringer Schieberöffnung. Das "kompensiert" Fehler und Defekte anderswo, etwa durch Nebenluft, falsche Luftfilter und ähnliches. Da kommt auch das "Spar" aus dem (ebenso saublöden) Wort "Sparvergaser" - es ist ein besseres, sauber getrenntes Standgassystem verbaut. So wird sinnloser Mehrverbrauch vermieden, das Abgas (insbesondere CO aus unvollständiger, weil überfetteter Verbrennung) wird besser.
Mit den neueren Vergasern läuft die Fuhre sparsamer, aber nicht langsamer - und eben sauber genug für die Abgasgesetze, die sich "sogar" die DDR ab 1987 gegönnt hat.
Insbesondere der SR50, der von Anfang an mit den 16N3 entwickelt wurde, muss und wird auch mit diesem Vergaser so laufen wie er soll - wenn das Fahrzeug denn in Ordnung ist.
Und ja, weil die ständige Überfettung des Standgases nicht mehr da ist, muss man doch tatsächlich zum Start auch mal den Startvergaser benutzen. Da ist nichts schlimm dran, eigentlich gehört's nämlich so.
Peter
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