Wissenswertes Simson Duo







Wissenswertes

Um auch behinderten Menschen in der ehemaligen DDR die Möglichkeit einer motorisierten Fortbewegung zu gewährleisten, wurde das dreirädrige Krankenfahrzeug DUO hergestellt.

Die Bezeichnung Simson DUO ist eigentlich falsch, denn das Fahrzeug wurde nicht in Suhl gebaut. Aufgrund der vielen verwendeten Simson-Teile wird es jedoch im Volksmund so genannt.

Typ, Baujahre, Stückzahl und Hersteller:

Zu DDR Zeiten:

BaujahrTypStückzahl (ca.)Hersteller
    
1972 – 1973Piccolo Duo 4900FAB Brandis
1973 – 1981DUO 4/17.000FAB Brandis
1981 – 1989DUO 4/110.000VEB Robur

Nach der deutschen Wiedervereinigung:

BaujahrTypStückzahl (ca.)Hersteller
    
1989DUO 4/2900VEB Robur
1990 – März 1991DUO 4/27.000FAB Brandis GmbH

Das Typenschild mit allen Informationen ist unter dem Tank zu finden, eine Fahrgestellnummer ist im Rahmen nicht eingestanzt.

Modelle

Das erste Modell, dass so genannte „Piccolo Duo 4“, ist mit einem 3,6 PS starken Simson Motor des Typs M53/1 AR mit BVF Vergaser 16 N1-5 ausgestattet. Dieser Motor besitzt ein 3-Gang-Halb-Automatik-Getriebe. Das Fahrzeug erreicht auf ebener Strecke eine Höchstgeschwindigkeit von 55 km/h. Der Motor wird per Hand gestartet und die Lenkung erfolgt über einen Seilzug. Das Leergewicht beträgt 165 kg.

Das meistgebaute Modell mit ca. 10.00 Stück ist das DUO 4/1. Dieses Modell ist durch hydraulische Stoßdämpfer gefedert. Es bekam einen 13-Liter-Tank. Die Lenkung erfolgte nun über einen Gelenkhebel. Das Leergewicht erhöhte sich auf 170 kg. Zum Führen dieses Fahrzeuges ist kein Helm mehr notwendig, dank des Käfiges der zur Haltung der Plane dient.

Das DUO 4/2 ist mit einem 3,7 PS leistenden Simson Motor des Typs M542 E mit BVF Vergaser 16 N3-2 ausgestattet. Dieser Motor besitzt 4 Gänge und kann durch die Elektronikzündung nun zusätzlich über einen E-Starten in Betrieb genommen werden.

Hinweis: Das Typenschild mit den Fahrzeugdaten ist unter dem Tank zu finden.

Wie konnte man ein (Simson) DUO erwerben?

Das Duo konnten nur körperlich behinderte Menschen bei ihrer zuständigen Sozial- bzw. Krankenversicherungsanstalt (SVK) beantragen, die ein entsprechendes Attest, durch ihren Arzt ausgestellt, vorweisen konnten. Durch die geringe jährliche produzierte Stückzahl an Fahrzeugen entstand eine mehrmonatige bzw. sogar mehrjährige Wartezeit. Die SVK hat die Kosten für Verschleißteile und Wartung übernommen. Nach einer gewissen Nutzungsdauer konnte das Krankenfahrzeug verkauft werden, da Eigentum der Sozialversicherung an diesem Fahrzeug erlöschen war. Gebrauchte DUOs konnten auch von gesunden Personen gekauft werden. Der Behinderte hatte die Möglichkeit ein neues (Simson) DUO zu beantragen.



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