So, nun möchte ich mich auch mal vorstellen.
Mein Name ist Andreas (Überraschung

), ich bin 19 Jahre alt, komme aus Storcha in der Nähe von Bautzen im schönen Sachsen und beende im Sommer meine Lehre zum Fahrzeuglackierer bei Bombardier Transportation in Bautzen.
Durch die ganzen Mopeds, die ich schon in den Händen hatte, hab ich mir bei meinen Freunden und Bekannten schon einen Namen gemacht und bekomme öfters Anfragen zu Problemen rund um das Thema Simson. Hier hab ich mal die „Kurzfassung“ von all dem aufgeschrieben, was sich bei mir in den letzten Jahren so getan hat. Seit 4 Jahren bin ich auch auf der Seite simson-umbau.de angemeldet.
Wer mehr Bilder sehen will, kann ja mal in die Galerien rein schauen:
Profil bei simson-umbau.de
Zu Simson kam ich 2007 durch einen meiner besten Freunde, der nur 200m von mir entfernt wohnt. Damals hatte sich sein Vater für den Weg zur Arbeit eine originale S51 B2-4 geholt, mit der wir dann auch immer rum fahren durften (die haben ein richtig großes Grundstück, ca. 4ha). Außerdem haben die noch ne 57er RT 125/2, eine komplett originale 79er S50 B1 in saharabraun, eine hellgrüne 86er S51 B1-4, eine zur Enduro umgebaute 90er S51/1B und eine uralte Fichtel und Sachs (Baujahr um 1930).
Schnell war mir klar, dass ich auch ein eigenes Moped haben will und daher hab ich erstmal meine Eltern gefragt, wo ihre denn abgeblieben sind. Mein Vater hatte eine originale silberne 84er S51 Enduro, die ein Cousin von mir bekommen hatte und die leider schon lange nicht mehr existierte

. Meine Mutter hatte eine saharabraune 84er KR51/2E (von der hab ich sogar noch den Kaufvertrag gefunden^^), die ein anderer Cousin bekommen und die er zwei-drei Wochen später um einen Baum gewickelt hatte

. Also musste ich mir was anderes suchen.
Da fiel mir ein, dass eine ältere Dame bei uns im Dorf noch eine saharabraune Schwalbe haben müsste, mit der sie bis 2005 immer zur Arbeit fuhr und habe da natürlich gleich nachgefragt. Da hieß es, dass ihre Enkelin grad den Autoführerschein macht und sie dann mit ihr fahren wird. Also ging die Suche weiter. Im Juli 2008 wars dann endlich soweit. Ich hab mir vom Jugendweihe-Geld meine 83er S51 B1-3 mit Originalpapieren bei einem Händler in der Nähe gekauft. So sah sie damals aus:

Nach einigen kleinen optischen Verschönerungen folgte im Mai 2009 die Spraydosenlackierung in RAL 6005 Moosgrün. Leider hab ich es in den jetzt knapp 2,5 Jahren meiner Lehre noch nicht geschafft, sie mal ordentlich zu lackieren, aber das kommt noch irgendwann mal. Natürlich war das nicht das Ende der
„Verschönerungsmaßnahmen“, und so folgten noch der Enduroauspuff, neue Stoßdämpfer hinten, Fußrastenbock einer 84er S51 Comfort mit Seitenständer (von einem Freund, der lieber einen ohne Seitenständer wollte), S50-Scheinwerfer und weitere kleine Änderungen bis Sommer 2011. An dem Zustand hat sich seit dem nichts mehr verändert, bis auf die Anhängerkupplung, die ich letztes Jahr montiert hab.



Schon nach der Lackierung war mir jedoch klar, dass ich mit diesem Moped nicht im Winter fahren will und so ging ich wieder auf die Suche, die mich als erstes wieder zu der älteren Dame bei uns im Dorf führte. Da ihre Enkelin sich gleich nach bestandener Prüfung ein Auto holte, blieb die Schwalbe somit weiter stehen.
Nach einer kurzen Besichtigung in der Scheune, wo sie mich mit der Frage: „Sind 50€ zu viel?“ fast zu Freudentränen gebracht hatte, hab ich das gute Stück mitgenommen. Eine 85er KR51/2L (ja, 4-Gang und Elektronikzündung im original saharabraun

).
Das beste kommt noch. Zwei Tage später bin ich grad am Vergaserreinigen, da kommt sie unsere Oma besuchen, ruft mich zu sich und drückt mir mit den folgenden Worten 20€ in die Hand: „Hier, damit du sie mal volltanken kannst.“ Ich hab dann fast 5min mit ihr diskutiert, dass ich sowieso schon viel zu wenig dafür geben musste, aber dann hab ichs aufgegeben.
Sie war überglücklich, dass überhaupt noch jemand die Schwalbe haben wollte, wenn schon nicht ihre drei Enkel. Leider ist sie dann, viel zu früh, im August 2011 an Krebs gestorben. Sie wäre letztes Jahr 70 geworden und hätte auch ihre goldene Hochzeit gefeiert, zu der sie und ihr Mann das ganze Dorf einladen wollten.
Ich hab ihr beim Kauf das Versprechen gegeben, mich immer gut um die Schwalbe zu kümmern und werde sie immer in Ehren halten, als Erinnerung an einen der großzügigsten Menschen, die ich je gekannt habe. Es war auch nicht viel an der Schwalbe zu machen, bevor sie wieder straßentauglich war. Lenker-, Sitzbankschloss und Papiere (die sie nie hatte), eine neue Batterie und der Vorderreifen (der Hinterreifen wurde erst kurz vor der Stilllegung gewechselt), Sitzbankbezug, Tachoantrieb und Tachowelle und eine Hand voll Kleinteile wie Benzinschlauch, Kerzenstecker, usw…. das übliche halt nach vier Jahren Standzeit.
Meinen Moped-Führerschein hatte ich übrigens am 09.09.2009 bekommen

Über den Winter 2009/2010 hatte sich zu dem schon vorhandenen Rost etwas mehr dazugesellt und so hatte ich sie mit Ablauf des Versicherungsjahres zerlegt, entrostet und bei der Gelegenheit gleich den Zylinder schleifen lassen, da er mir etwas zu sehr gerasselt hat. Einen Monat hab ich dafür gebraucht und danach gings ans Einfahren. Eigentlich wollte ich die 500km voll machen, aber nach 400 hatte ich die Schnauze voll davon^^. Aber sie läuft seit dem wie Sau. Ich kenne keine originale 50er, die an sie rankommt. Sagenhafte Beschleunigung, auf der Geraden locker 75, 80 hab ich auch schon geschafft.

Die Kabel der Steckdose hab ich inzwischen schon unters Blech verlegt.




Dann hab ich auch angefangen, mich um die Mopeds von Freunden und Bekannten zu kümmern oder ihnen Tipps zum Kauf gegeben.
Im September 2010 hab ich mich dann der 83er KR51/2N der Schwiegermutter meines Onkels angenommen, die seit 1995 rum stand. Ich sollte sie nur wieder fahrtauglich machen, nichts lackieren oder ähnliches. Also hab ich sie während meiner Urlaubswoche in der Rekordzeit von 7 Tagen zerlegt, entrostet, konserviert, zusammengebaut, zum Laufen gebracht und wieder ausgeliefert.^^


