Der Republikgeburtstag, Was is bei euch so los?
| basti1971 |
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Hallo , also am 07. Oktober denke ich weniger an den Republik Geburtstag... Mein Vater ist am 07.10.1940 geboren und feierte an diesem Tag immer sein eigenen Geburtstag. Heute wäre er glatte 70 geworden , tja wenn er nicht schon mit 59 Jahren gestorben wäre... Wir stellen ihm zum Geburtstag immer einen Strauß Blumen aufs Grab... Tja , so verschieden kann man Geburtstag begehen...
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Schönen Tag noch und Carpe diem !!!
Basti1971
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Am DDR-Geburtstag...........dieses Jahr hatte ich nicht daran gedacht....ehrlich. Ich hatte eine Fahrt nach Bad Saarow,dort 2.5 Std. Wartezeit und war froh daß etwas Geld einkam. Da habe dann den Herbst genossen und bin hin und wieder etwas spatzieren gegangen....Herbstbilder gemacht. Wenn man Selbständiger ist,ist fast jeder Tag gleich,immer irgentwie mit Arbeit von Montag bis Sonntag. Was war wann kann man mal im Terminspeicher im Handy nachblättern und wenn das Ding den Geist auf gibt oder Speicher ist zu Ende ist alles weg. Irgentwann war ich mal da und mal da aber wann genau...???das leiert sich immer runtherrum....und die Zeit rast. Kaum war Sommer,fallen schon wieder die Blätter gibts schon wieder Stolle...komisch....blad knallts und blitzts und dann gehts von vorn los....ach so!! der Weihnachtszauber kommt ja auch noch....irre wie die Zeit rast! Ich durfte die DDR noch 24 Jahre mit erleben. Aus meiner Sicht haben wir damals sorgenloser gelebt. Mir ging es in der DDR nicht schlecht....ich hatte einen Job ( Karosseriebau Fa,) in dem ich angemessen bezahlt war,hatte einen Wolga,meinen Lebensunterhalt in 175 Std./Monat verdient um 15,30 Uhr Feierabend,Wochenenden und Feiertage frei und 18 Tage Urlaub.....was ich jetzt nicht habe. Dafür habe ich jetzt Anderes was ich damals nicht hatte. Alles gegeneinander aufzurechnen ist schwierig und bringt nichts. Wie es schon in vorherigen Beiträgen anklang waren die DDR & BRD Ergebnisse des 2. Weltkrieges. Im Rückblick ist Vieles dumm gelaufen. Die sogenannte FREIHEIT gab es nur ganz kurz in der Wendezeit. Aber sie war eine Illusion,weil dazu,eine bessere DDR-Gesellschaft in Freiheit aufzubauen die wirtschaftliche Kraft und das Geld fehlte. Bald darauf übernahmen Andere das Zepter und kamen zu einem "sich angedichteten Sieg wie die Jungfrau zum Kind" Die DDR ist Geschichte und jeder der damals lebte hat wohl seine ganz persönlichen Erinnerungen und Erlebnisse. Mancher Gute,mancher Schlechte. Zurück haben möchte ich die DDR nicht,trotzdem hätte man auch Gutes von ihr übernehmen können. Jetzt muß man diese Gesellschaft zum besseren verändern,denn es ist unsere Welt auf der wir alle leben und an uns liegt es was Besseres daraus zu machen. In dem Sinne grüßt euch ein DDR Bürger der sich mit den Westgegebenheiten durchschlägt. Der 7 Okt. in Bad Saarow
Angefügtes Bild

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Gruß Axel
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| QUOTE (Dazzle @ 10.10.2010, 22:44) | Übrigens, ich hab NIRGENS eine Erwähnung des 60ten gelesen. Bei uns im Donaukurier ist immer so nen Rückblick was an dem Tag vor sounso vielen Jahren passiert ist. Gründung DDR Fehlanzeige. Das Land ist in paar Jahrzehnten vergessen und bleibt eine Fußnote der Geschichte. In den Geschichtsbüchern steht dann: DDR= von Rußland abhäniger deutscher (Unrechts) Staat auf dem Gebiet der russischen Besatzungszone (nach 2.Weltkrieg) von 1949 bist 1990 |
Ja,das ist der Lauf der Dinge. Jeden Tag werden Menschen gebohren die die DDR nicht mehr erlebt haben und die sie kennen sterben jeden Tag ein bischen mehr aus. Jn 100 Jahren bleibt nur Geschriebenes in Büchern,Momentabbildungen in Filmen auf Bildern von denen sich jeder ein anderes Bild im Kopf bildet was mit der Realität selten überein stimmt. Die DDR ist entstanden weil Deutschland den 2.WK verlohren hat und die UdSSR in ihrer besetzten Zone nie etwas Anderes als ihr Gesellschaftssystem akzeptiert hätte! Jeder der was nach 45 gegen die Besatzer sagte oder ihnen zu wider handelte wurde verhaftet,nach Sibirien verschleppt,Bautzen oder gar erschossen! Deutsche waren Verlierer und hatten Null Rechte! Es wurde auch die Ostgrenze nicht so gezogen wie sie verhandelt wurde und festgeschrieben. Gegenstand irgenwelcher Diskusionen war das nie. Als es Kohl nach der Wende kurz mal ansprach wurde er fast zur Unperson gemacht! Deutsche hatten Null Rechte!Gesteuert von der UdSSR mit Leuten die aus dem Exil kamen als Helfer wurde der Staat DDR durchgesetzt,nicht weil das Ostdeutsche Volk das wollte. Als am 17. Juni 53 sich in Teilen gegen die DDR aufgelehnt wurde haben die Besatzer hart und millitärisch gezeigt wer das Sagen hat in ihrer besetzten Zone. Als weiter mit den Füßen gegen die DDR abgestimmt wurde,wurde der verbliebene Rest 61 eingemauert! Deshalb definiert man DDR auch in einem polit. Witz als Der [/B]Dumme Rest. Oder ein Anderer....Was zeigt die DDR-Fahne???....unsere Geschichte!!! Die liest man "schwarz war die Nacht als die Roten kamen und uns Gold versprachen! Jetzt sitzen wir im Ährenkranz und zirkeln,daß wir nicht unter den Hammer kommen!"Tja....unter den Hammer gekommen sind wir doch und zwar gründlich!!! Deutsche aus anderen besetzten Zonen konnten mit Pässen frei reisen in alle Welt,DDR-Bürger nicht. Selbst der Staatsratsvorsitzende der DDR ein Staatsmann eines angeblich suveränen Staates durfte ohne Erlaubnis von Moskau nicht nach dem Westen reisen!
Trotzdem gab es in der DDR ein normales Leben für die die sich in der DDR eingerichtet hattn und das Beste aus den Verhältnissen machten. Im Landesinneren und bei Bürgern die keine Westverwandschaft hatten stand das Theme Grenze und Mauer nicht jeden Tag auf der Tagesordnung. Da ging es um den Alltag.....Kindererziehung,Arbeit,Häuschen Bauen,Freizeit gestalten. Und da hatte die DDR auch wirklich viel Gutes! Das Schulsystem,Kindergärten und Krippen,Sportvereine das Gesundheitssystem. Menschen wurden für Leistungen geehrt und ausgezeichnet und nicht in den Ar^^^^ getreten wie heute. Heute bereichern sich Krimminälle maßlos an der Arbeit Anderer und reduzieren die DDR auf Mauer Stasi und Unrechtsstaat um ihr eigenes Unrecht zu vertuschen. Die Ost-Deutschen gaben die DDR auf. Es waren nicht alles gebohrene DDR-Bürger. Da waren noch die Eingemauerten die nicht in der DDR gebohren wurden und die Zeit vor 61 kannten. Die Alten kannten noch das Kaiserreich und das 3. Reich und bekamen die DDR übergestülpt als Verlierer. Die Jüngeren die diese Geschichte nicht mehr kannten lockte der Konsum aus dem Westen. Den Stein ins rollen gebracht haben Bürgerrechtler die eigentlich eine bessere DDR im Sinn hatten,die Changse ergreifen mit Perestroika was Umgestaltung heißt. In der Lawiene die daraus wurde hat jeder sein egoistisches Süppchen selbst gekocht. Der Eine und das waren Viele sah den besseren Konsum,die D-Mark,einige auch die Reisefreiheit,viele hatten die Arbeitsbedinngungen satt,die Flickwirtschaft die mit tausenden Kompromissen am Leben gehalten wurde.Es war auch eine Mischung aus Aufbruchsstimmung und Angst,daß das Zeitfenster der Geschichte wieder zu gemacht wird. Keiner wußte wie viel Zeit bleibt was zu ändern. Gorbatschow war die Person,die das Meiste ermöglichte. Heute wissen wir,daß im russisch sprechenden Raum Gorbatschow nicht der erste Staatmann gewesen wer der eines unnatürlichen Todes sterben könnte. Ein Mord und über Nacht wer alles beim Alten. Auf dem DDR-Gebiet gab es tausende Russen mit Millitärtechnik und Waffen. Die Grenze abriegeln und alle zum Schweigen bringen ein Akt von wenigen Stunden! Der Westen (die sogenannten Sieger!!!) hätte auch dann tatenlos zugesehen wie schon 61 weil sie keinen Atomkrieg riskieren wollten. (war auch OK so....die Bewarung Europas vor der Atomvernichtung gegen 17 Millionen hinter der Mauer die da ja auch nicht so schlecht lebten....ein Kompromiß der verhältnismäßig war)!Auch deshalb dieses schnell,schnell egal wie und zu welchen Bedingungen!
Was sie aufgaben haben die meisten verdrängt weil das Gegenteil wie Arbeitslosigkeit und Existenzangst kannte in der DDR keiner.DDR Bürger dachten anders als wir heute und ich nehme mich da nicht aus. An einen so flächendeckenden Kahlschlag von Industrie hat kein damaliger DDR_Bürger gedacht. Das Alte wird durch Neues ersätzt und wir werden bessere Artikel mit besseren Maschinen und Werkzeugen produzieren,das dachten Viele von uns. Es kam aber für 80% anders. Man muß aber dazu sagen,daß der Westen der 70er und 80er in der heutigen Bundesrepublik auch nicht mehr existiert und auch schon anfang der 90er zu sterben begann.Ein Teil davon war,daß die Billigwerkbank DDR für den Westen weg fiel. Die Globalisierung,die es damals so noch nicht gab hat alles verändert.....auch im Westen! Heute muß ganz Europa aufpassen,daß es nicht eines Tages so von Asien mitversorgt wird wie der Osten vom Westen heute schon und dann langsam immer ärmer wird! Und was wird von der DDR bleiben????
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Gruß Axel
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| Raphael |
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T138 : Das hast du gut geschrieben ! Gruss , Raphael
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" Es wird Tote geben." Dieser Schreibfehler in der Einladungskarte führte dazu , daß auf der Feier zu meinem 8. Geburtstag niemand kam.
Da erzähle ich meinem Psychologen meine Lebensgeschichte , und der Arsch sagt nur :"Boah, krasser Scheiss , ey !"
"Ich glaube, Gefahren warten nur auf jene, die nicht auf das Leben reagieren."
M.Gorbatschow altearmee.org
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| NorbertE |
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Dirk, das glaube ich nicht!! Ich gebe zu, es sind nur 50 Jahre, geschichtsrelevant unbedeutend. Im Grossen, was Deutschland und Europa betrifft aber ein maßgeblicher Teil der Geschichte. Man darf auch nicht vergessen: noch leben "Zeitzeugen" der DDR, wie T138 (schreib endlich mal einen Namen drunter  Ich wusste ihn, aber....  ) oder auch ich. Jeder sieht es aus einer persönlichen Sichtweise. Deswegen ja der Spruch: "Der Zeitzeuge ist der grösste Feind des Historikers". Man muss sich nur mit der Entwicklung Europas und spez. Deutschlands von 1871 an auseinandersetzen. Aber Vorsicht! Man kommt mit seinen Erkenntnissen ganz schnell in die "rechte Ecke". DDR hin oder her. Ist so.  Es war und ist seit 1919 eine Ausplünderung und Landnahme. Die Hintergründe überlasse ich Euch. Den "Kahlschlag" der DDR wird wohl jeder Ex-DDR-Bürger auf seine Art beschreiben können. Und es war so!!! Als Beispiel: da krähn paar Opel-Leute. Kann ich voll verstehn. Bei uns im Dreiländereck D/PL/CZ waren "über Nacht" 230.000 Arbeitsplätze in der Textilindustrie/KFZ-Industrie weg. Keiner hat gefragt! Oder wir gehn mal schnell nach Berlin zum ehemaligen VEB Narva. Heute Osram, die den gesamten Komplex Narva mal schnell bei meiner Freundin Birgit Breuel für eine "symbolische DM" "gekauft" haben. Sonst wärs ja verkommen, ach Gottchen....Da geht mir gelegentlich schon das Messer im Morgengrauen an der Kaschi auf. Was die "BRD", die "Alliierten", die "Russen" mit dem Gebiet der Ex-DDR 90 gemacht haben, ist eine riesengrosse Sauerei. Rohwedder wollte es anders und er musste weg. Peng-und weg war er. Daraus, aus diesen persönlichen Negativerfahrungen, resultiert auch die Abneigung der "alten Ossis" gegen die "Wessis". Glaubts mir, es ist so! Die nächste Generation sieht das schon anders und... wie würde die rote Socke Berlins sagen: das ist auch gut so!
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Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen auch Zwerge lange Schatten. Karl Kraus
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| xrv850 |
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Hallo T138 und Norbert - tolle Denkanstöße und viel interessantes Wissen, danke dafür, habe ich gerne gelesen. Manches ist eben besser zu verstehen mit entsprechendem Hintergrundwissen, klar. Wichtig sind mir in Bezug auf Eure Aussagen zwei Grundsätze, die ich immer wieder versuche zu berücksichtigen: Vergangenheit kann man nicht gestalten. Als ein Motto der DDR hatte Honni ja auch im gleichen Sinn gesagt: Vorwärts immer, rückwärts nimmer. Es gab einiges in der DDR, das möchte man auf gar keinen Fall wiederhaben und anderes, das besser war. Das ist für jeden individuell, sei es vom Geburtsort her oder von der politischen Ausrichtung, denke ich. Und der andere Grundsatz ist für mich, dass allgemein im Umgang miteinander drei Eigenschaften wichtig sind: Gelassenheit, Toleranz und Humor. In diesem hochphilosophischen Sinne  wünscht einen schönen guten Abend Joachim
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CJ 750, XR600R, VTR1000, Dax-Replika, Jawa 634
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| hallo-stege |
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Hallo Zusammen, wenn ich als "Nordi" mal was dazu sagen darf: ich weiss garnicht, was ich am 7. gemacht hätte, wenn ich gewusst hätte, dass ... gefeiert nicht, aber wahrscheinlich ein wenig reflektiert. Vielleicht in der DDR Briefmarkensammlung geblättert (die ist mir 91 zugelaufen und ich habe anhand der Marken ein wenig aus der DDR Geschichte erfahren) ??? Bis 89 war es für uns praktisch unmöglich, frei in die DDR zu reisen und ich habe Ende 89 den ersten Trabbi hier gesehen. Anfang 1990 war ich dann das erste Mal selbst drüben und fand es hochgradig spannend. Gruss aus dem ehemaligen Zonenrandgebiet  Auch bei uns ist aus der ehemaligen sozialen Marktwirtschaft Kapitalismus geworden. von Frank
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50 ccm. 6,25 PS. 85 km/h. Kreidler RS.
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